Folia Theologica 22. (2011)

Kránitz Mihály: Der Pluralismus der Religionen aus dem Gesichtspunkt der Mission

DER PLURALISMUS DER RELIGIONEN ... 59 Im selben Dokument bestimmt Papst Paul VI. auch die Formen der Evangelisierung, die er als Prä-Evangelisierung bestimmt: „Jesus Christus und sein Evangelium denen zu verkünden, die ihn noch nicht kennen, ist seit dem ersten Pfingsttag das grundlegende Programm, welches die Kirche, als von ihrem Gründer empfangen, sich zu eigen gemacht hat. Das ganze Neue Testament, vor allem die Apostelge­schichte, bezeugt für jene besondere Zeit und irgendwie exemplarisch diese missionarische Anstrengung, die dann die ganze Geschichte der Kirche prägen sollte. Diese erste Verkündigung Jesu Christi geschieht in vielfältiger und unterschiedlicher Weise, die man gelegentlich Prä- Evangelisierung nennt. Dabei handelt es sich indes schon um wirkliche Evangelisierung, wenn auch noch anfanghaft und sehr unvollkom­men. Eine fast unbegrenzte Fülle von Mitteln, gewiß die direkte Pre­digt, aber auch die Kunst, die Wissenschaft, die philosophische For­schung und das berechtigte Ansprechen menschlicher Gefühle und Sehnsüchte können diesem Ziel dienlich sein."54 In seinem vor zehn Jahren, im Jahre 2001 veröffentlichten Apostoli­schen Schreiben Novo millennio ineunte fasst Papst Johannes Paul II. am Anfang des neuen Jahrtausends das christliche Verhalten für die Menschen und Religionen im Zeugnis zusammen. Um das jedoch wirksam zu sein, „muß man vor allem herausheben, daß es nicht da­rum geht, den Nichtglaubenden eine Perspektive des Glaubens aufzu­drücken, sondern die Werte zu deuten und zu schützen, die in der Na­tur des Menschen selbst verwurzelt sind."55 Obwohl die Aufgabe der Verkündigung des Evangeliums seit zweitausend Jahren dasselbe ist, haben sich jedoch die gesellschaftlich­geschichtlichen Bedingungen in allen Ländern, so auch in den Ländern von Europa geändert. Die Kultur hat sich umgeformt, Europa wird kontinuierlich durch Tausende von Flüchtlingen überschwemmt, wodurch sowohl das religiöse als auch das gesellschaftliche Leben bee­influsst werden. Die Kommunikationsgesellschaft entwickelte sich und auch heute entwickelt sich ununterbrochen rasch, die Entwick­lung oder gerade die Krise der Wirtschaft wirkt im höchsten Masse das auf Leben der Menschen ein und für die komplexen gesellschaftlichen Erscheinungen ist auch die Politik in nicht geringem Masse verant­wortlich. Auf dem Gebiet der Religion erhebt sich die Frage, in welch­54 Evangelii nuntiandi 51. 55 Novo millennio ineunte, 51.

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