Folia Theologica 22. (2011)

Kránitz Mihály: Der Pluralismus der Religionen aus dem Gesichtspunkt der Mission

60 Mihály KRÁNITZ er Qualität und auf welchem Niveau der Glaube weitergegeben wer­den kann, was sowohl die Oberen der Kirche als auch die Gläubigen anredet. Das vor neuem ins Leben gerufene Ereignis „Vorhof der Heiden" wurde vom Päpslichen Rat für die Kultur angeregt, was zeig­te, wie initiativ die neue Verkündigung sein kann. Der Fragenkreis der Neuevangelisierung selbst kann die Horizonte erweitern und hilft einem, bestimmte Grenzen zu überschreiten.56 In Laufe der Beziehungen zwischen den Religionen soll die Kirche den Dialog betreiben, sie darf jedoch auf die Verkündigung des Evan­geliums das heisst auf das Zeugnisablegen nicht verzichten. In seiner Enzyklika Redemptoris missio (1990) verfasste Papst Johannes Paul II. den missionarischen Auftrag der Kirche für fortdauernde Gültigkeit. Dieses vor 20 Jahren veröffentlichte päpstliche Dokument betont, dass „der interreligiöse Dialog Teil der Sendung der Kirche zur Verkündi­gung des Evangeliums ist. Das Konzil und die folgenden lehramtli­chen Äußerungen haben all das ausführlich unterstrichen und dabei immer daran festgehalten, daß das Heil und die Fülle der Offenbarung von Christus kommt und der Dialog nicht von der Verkündigung des Evangeliums enthebt." Papst Johannes Paul II. wiederholt diesen Ge­danken später noch ausdrücklicher, erörtend, dass die Tatsache, daß die Anhänger anderer Religionen auch außerhalb der normalen Wege, die Christus festgelegt hat, die Gnade Gottes empfangen und durch Christus erlöst werden können, nimmt den Aufruf zum Glauben und zur Taufe nicht zurück, die Gott für alle Völker will „Christus selbst hat in der Tat" indem er die Notwendigkeit des Glaubens und der Taufe ausdrücklich lehrte, zugleich auch die Notwendigkeit der Kirche bekräftigt, in die die Menschen durch die Taufe wie durch eine Tür eintreten „Der Dialog muß geführt und realisiert werden in der Über­zeugung, daß die Kirche der eigentliche Weg des Heiles ist und daß sie allein im Besitz der Fülle der Heilsmittel ist."57 Bezüglich der Religionen stellt die Enzyklika fest: deshalb „beabsichtigt die Kirche" die Saatkör­ner des Wortes „und die" Strahlen der Wahrheit, die alle Menschen er­leuchtet „zu entdecken - Saatkörner und Strahlen, die sich in den Per­sonen und in den religiösen Traditionen der Menschheit finden. Der Dialog gründet auf der Hoffnung und der Liebe und wird im Geist 56 Petit, J.-F., La joie d'évangéliser, in La documentation catholique (1 Mai 2011) 417. 57 Redemptoris missio 55.

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