Folia Theologica 22. (2011)

Kránitz Mihály: Der Pluralismus der Religionen aus dem Gesichtspunkt der Mission

DER PLURALISMUS DER RELIGIONEN ... 51 von seiten des Menschen Ausdruck fand. Im Christentum geht der Anstoß von der Fleischwerdung des Wortes aus. Hier sucht nicht mehr nur der Mensch Gott, sondern Gott kommt in Person, um zum Menschen über sich zu sprechen und ihm den Weg zu zeigen, auf dem er ihn erreichen kann (...) Das fleischgewordene Wort ist also die Erfüllung der in allen Religionen der Menschheit vorhandenen Sehnsucht: diese Erfüllung ist Gottes Werk und übersteigt jede menschliche Erwartung. Sie ist Gnadengeheimnis. (...) Auf diese Weise ist Christus die Erfüllung der Sehnsucht aller Religionen der Welt und eben deshalb deren einziger und endgültiger Hafen.3* V. Das Zeitalter des religiösen Pluralismus Ein grosser Teil der sich mit der Theologie der Religionen befassenden Theologen ist mit der Lehre des II. Vatikanischen Konzils unzufrieden, weil es die bedeutende Herausforderung des modernen Zeitalters bezüglich des möglichen Heils in den anderen religiösen Traditionen ihnes Erachtens nur in einem beschränkten Sinne und auf eine be­schränkte Weise erörtert hat.34 35 Es muss auch berücksichtigt werden, dass der Ausdruck „die Theologie der Religionen" gerade bei den „op­timistischen Theologen" allmählich verschwinden wird, dafür erschei­34 Papst Johannes Paulus IL, Tertio millennio adveniente 6. Der päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog und die Kongregation für die Evangelisie­rung der Völker gab im Jahre 1991 eine gemeinsame Erklärung mit dem Ti­tel Dialog und Verkündigung aus, in der sie äussern: „Aus dem Geheimnis der Einheit kommt, dass alle erlösten Menschen, wennglcih in Verschieden­heit, dennoch an dem einen und selben Geheimnis der Erlösung in Jesus Christus duch den Heiligen Gesit teilhaben. Christen wissen das durch ihren Glauben, während anderen unbewusst bleibt, dass Jesus die Quelle ihres Heiles ist. Das Heilgeheimnis umfasst auc sie in einer Weise, die nur Gott kennt, und zwar durch die unsichtbare Tätigkeit des Geistes Christi. Die Anhänger anderer Religionen antworten immer dann positiv auf Got­tes Einladung und empfangen sein Heil in Jesus Christus, wenn sie in ehr­licher Weise das in ihren religiösen Traditionen enthaltene Gute in die Tat umsetzen und dem Spruch ihres Gewissens folgen. Dies glit sogar für den Fall, dass sie Jesus Christus icht als ihren Erlöser kennen oder erkennen, in Internationale Theologenkommission, Das Christentum und die Religionen, Notiz 33. Vgl. EV 13, 318. Dazu siehe noch: AG 3, 9,11. 35 Vgl. Dupuis, J., Le débat actuel sur la théologie des religions, in Vers une théolo­gie chrétienne du pluralisme religieux, Paris 1997. 271-306.

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