Folia Theologica 22. (2011)
Kránitz Mihály: Der Pluralismus der Religionen aus dem Gesichtspunkt der Mission
52 Mihály KRÁNITZ nen Schriften immer öfter mit dem Titel „religiöser Pluralismus".36 In dessen Rahmen sprechen die Verfasser über einen bestimmten „Paradigmenwechsel", oder sie weisen hin, dass gegenüber den früheren Vorstellungen neue Gesichtspunkte im Dialog mit den Religionen durchgesetzt werden sollen. Es entstehen unterschiedliche Theorien, die von den Äusserungen des Lehramtes auf bedeutende Weise abweichen.37 Von den 1970 Jahren ist in der Religionstheologie die pluralistische Religionstheologie erschienen. Zuerst auf dem englischen Sprachgebiet durch die dreifache Aufteilung der Religionstheologie: es gibt den exklusiven und partikulären Standpunkt, der über die Wahrheit und soteriologische Bedeutung der anderen Religionen spricht, sowie den inklusiven Standpunkt, der neben der Anerkennung des einzigartigen 36 Vgl. Cobb, J. B., Christ in a Pluralistic Age, Philadelphie 1975. Race, A., Christians and Religious Pluralism. Patterns in the Christian Theology of Religions, London 1983. Hick, ]., Problems of Religious Pluralism, London 1985. D'Costa, G., Theology and Religious Pluralism: The Challenge of Other Religions, Oxford 1986. Barnes, M., Christian Identity and Religious Pluralism. Religions in Conversation, Nashwille 1989. Hillmann, E., Many Paths: A Catholic Approach to Religious Pluralism, New York 1989. Krieger, D. ]., The New Universalism. Foundation for a Global Theology, New York 1991. Pathil, K., Religious Pluralism. An Indian Christian Perspective, Delhi 1991. O'Leary, J. S., La vérité chrétienne à l'âge du pluralisme religieux, Paris 1994. WithÖft, R., Civil religion und Pluralismus: Reaktionen auf das Pluralismusproblem im systematisch-theologischen Diskurs, Frankfurt am Main 1998. Gephart, W. (Hrsg.), Religion und Identität: Im Horizont des Pluralismus, Frankfurt am Main 1999. Sonnemans, H., Menschsein auf Heilswegen christliche Orientierung im Pluralismus der Religionen, Aachen 1999. Coward, H, G., Pluralism in the World Religions: a short Introduction, Oxford 2000. 37 Eines des Ziels der Erklärung Dominus Iesus (2000) ist es, die den katholischen Glauben bedrohenden Irrtümer zu korrigieren: „Die immerwährende missionarische Verkündigung der Kirche wird heute durch relativistische Theorien gefährdet, die den religiösen Pluralismus nicht nur de facto, sondern auch de iure (oder prinzipiell) rechtfertigen wollen. In der Folge werden Wahrheiten als überholt betrachtet, wie etwa der endgültige und vollständige Charakter der Offenbarung Jesu Christi, die Natur des christlichen Glaubens im Verhältnis zu der inneren Überzeugung in den anderen Religionen, die Inspiration der Bücher der Heiligen Schrift, die personale Einheit zwischen dem ewigen Wort und Jesus von Nazaret, die Einheit der Heilsordnung des fleischgewordenen Wortes und des Heiligen Geistes, die Einzigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi, die universale Heilsmittlerschaft der Kirche, die Untrennbarkeit — wenn auch Unterscheidbarkeit — zwischen dem Reich Gottes, dem Reich Christi und der Kirche, die Subsistenz der einen Kirche Christi in der katholischen Kirche."