Folia Theologica 22. (2011)

Kránitz Mihály: Der Pluralismus der Religionen aus dem Gesichtspunkt der Mission

40 Mihály KRÁNITZ und sie haben dabei so argumentiert, dass wir die Nichtchristen damit bestimmen wollen, was sie verleugnen, ohne dass wir ihre Selbstiden­tität zeigen würden, wie sie sie annehmen.13 Rahner hat darauf geant­wortet, dass dieser Ausdruck im Zusammenhang der christlichen Theologie gebraucht werden soll, die Beziehung mit den anderen Reli­gionen durch Christi Mysterium geklärt, und nicht im interreligiösen Dialog.14 Raimundo Panikkar (1918-2010) hat im Hinduismus den unbekann­ten Christus entdeckt.15 Er spricht nicht im allgemeinen über die reli­giösen Traditionen sondern ausdrücklich über den Hinduismus, und erklärt, dass die lebendige Anwesenheit von Christus im Hinduismus zu finden ist. Nicht nur im persönlichen und subjektiven Erleben der hinduischen Religion sondern auch als in einer objektiven und gesell­schaftlichen Erscheinung. Mit dieser Behauptung wird von Panikkar all das überholt, was die Vertreter der „Theorie der Erfüllung" be­haupten. Seines Erachtens ist Christus nicht nur das ontologische Ziel, das vom Hinduismus befolgt wird, sondern dessen inspirierende Wahrheit und Gnade, die verborgene Kraft, durch die der Hinduismus veranlasst wird, die Totalität von sich selbst zu entdecken. Christus ist die Quelle aller authentischen religiösen Erfahrungen, sowie der on- thologische Treffpunkt vom Hinduismus und Christentum. Denn Christus ist nicht nur der ausschliessliche Besitz des Christentums; er gehört nur zu Gott. Darum gehört sowohl das Christentum als auch der Hinduismus Christus, obwohl sich diese Angehörigkeit auf zwei unterschiedliche Weisen zeigt.Deshalb hat der Hinduismus in der christlichen Heilsgeschichte einen wichtigen Platz. Um das zu erörtern, entwickelt Panikkar eine „einzigartige Dialektik" von Hinduismus und Christentum. Der Hinduismus ist ein Ausgangspunkt von einer 13 KÜNG, H., Christ sein, München 1974. 14 Rahner, K., Bemerkungen zum Problem des „anonymen Christen", in Schriften zur Theologie, X. Einsiedeln 1972. 531-546. 15 Panikkar, R., The Unknown Christ of Hinduism, London 1964. Der Schlüssel­begriff der theologischen Ansichten des Jesuiten und Theologen, dessen Vater indisch (Hindu) und dessen Mutter spanisch (katholisch) war, ist die kosmotheandrische Vision, die die reale Wirklichkeit im Bezug auf die Dreifaltigkeit vorstellt. In seinem neuesten Buch, das den Preis „Premio Nonino 2001 - a un maestro del nostro tempo" gewonnen hat, setzt er sich für den notwendigen Dialog der Religionen ein: Panikkar, R., L'incontro in­dispensable: Dialogo delle religioni, Milano 2001.

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