Folia Theologica 22. (2011)
Kránitz Mihály: Der Pluralismus der Religionen aus dem Gesichtspunkt der Mission
DER PLURALISMUS DER RELIGIONEN ... 41 Religion, die ihre Vollständigkeit im Christentum erreicht. Er besitzt also „das christliche Säen", und verfügt über „den Symbolismus der christlichen Wirklichkeit". Wenn der Hinduismus und das Christentum in dieselbe Richtung gehen, verlangt der Übergang vom einen zum anderen eine conversio, das pascha des Mysteriums von Leben und Tod. Der Hinduismus muss sich ins lebendige Wasser der Taufe herabsteigen, um davon „umformend aufzuerstehen". Was so hinaufkommt, wird nicht etwas anderes sein, eine andere Religion; es wird eher ein besserer Hinduismus sein, weil das christliche Mysterium der Auferstehung die anderen Religionen nicht entfremdet. Da Christus auch schon im Hinduismus anwesend war, besteht die christliche Offenbarung darin, dass sie mindestens zum Teil „die Wirklichkeit aufdeckt". Das christliche Verhalten bedeutet letzten Endes, dass wir Christus nicht durchzwingen, sondern empfehlen, verkünden und vorstellen.16 Hans Küng (1928-) befasste sich mit der Theologie der Religionen zum erstenmal in einer Konferenz in Bombay.17 Er behauptete vom Anfang an, dass die Religionen auch Irrtümer beinhalten, sie verkünden doch auf ihre eigene Weise ebenfalls die göttliche Wahrheit. Ihre Anhänger, wenn sie sich zum Christentum bekehren, brauchen nicht zu verleugnen, was in diesen Religionen gut war, denn das ist von Gott gekommen. Das ist vom christlichen Gesichtspunkt aus eine ausserordentliche Behauptung über den Wert der Religionen und über das Heil ihrer Mitglieder. Nach der Meinung von Küng ist die Kirche ein „ausserordentlicher" Weg des Heils, und die Religionen der Welt sind - im richtigen Sinne des Wortes - die „normalen" Wege des Heils für die nichtchristliche Menschheit. Gott ist nicht nur Herr der eigenartigen Heilsgeschichte der Kirche sondern er ist auch Herr der universellen Geschichte des gesamten menschlichen Geschlechtes. Die universelle Geschichte des Heils ist vom Anfang an mit der eigenartigen Heilsgeschichte verbunden, mit einem gemeinsamen Bedeuten und Ziel, weil 16 Vgl. Panikkar, R., Le dialogue intrareligieux, Paris 1985. Über die sich erhobenen Fragen siehe noch: Smet, R., Essai sur la pensée de Rajmundo Panikkar. Une contribution indienne à la théologie des religions, Louvaine-la-Neuve 1981. Panikkar, R., Le problème d'une théologie hindoue-chrétienne selon Raymond Panikkar, Louvaine-la-Neuve 1983. 17 Küng, H., The World Religions in God's Plan of Salvation, in Christian Revelation and World Religions (red. Neuner, J.), London 1967. 25-66.