Folia Theologica 22. (2011)

Kocsis Imre: Die Gegenüberstellung des irdischen und des auferstandenen Leibe sin 1 Kor 15,44

30 Imre KOCSIS weise eines neuen Gotteseingriffes bedarf, um mit Gott nach dem Tod weiterhin im Kontakt bleiben zu können. Dieser Leib ist, im Vergleich mit dem herrlichen und kraftvollen pneumatischen Leib, in großer Inferiorität, aber nicht notwendig in einem abwertenden Sinn. Im Vor­dergrund steht der Gedanke der Kreatürlichkeit und der Gebrechlich­keit, und nicht der der Sünde. Zöget jivcuga.xi.K0v bedeutet im Kontext den unvergänglichen, herr­lichen, kraftvollen Leib (VV. 42-43), den dem „himmlischen Men­schen" gleichgestalteten Leib (V. 49). Infolge des gegenübergestellten Begriffs oögoc cpu%iKÓv halten wir für unannehmbar die Meinung, aögot JiveugaxiKÖv sei ein aus pneumatischem (äterischem) Stoff zusammen­gesetzter Leib24. Wie aögot cpu%iKÖv den unter der natürlichen Lebens­kraft stehenden, deswegen natürlichen und sterblichen Leib bedeutet, so bezeichnet aögot JiveugaxiKÖv den in aller Hinsicht unter der Lei­tung des Heiligen Geistes stehenden, im Bereich des Geistes existieren­den und deshalb unsterblichen Leib. Wie in anderen Fällen des Wortes jtveugaxiKÔç, haben wir auch hier die Bedeutung der Abhängigkeit vom Geist und nicht eine völlige Verschmelzung mit ihm.25 Die Exegeten sind geteilt in der Beurteilung, ob es in der Auffassung von Paulus eine Verbindung zwischen aögot (pu%iKÖv und aögot Jtveu- gotxvKÓv gibt. Einige (E. Käsemann, K. Müller, W. Schräge, H. Merkliein - M. Gielen26) sind der Auffassung, daß der Apostel keine ontische Kontinuität sehe. Der pneumatische Leib sei das Ergebnis einer radika­len Neuschöpfung „nach der völligen Vernichtung durch den Tod".27 24 Diese Auffassung wurde vor allem von deutschen Kommentatoren (J. Weiss, H. Lietzmann) in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts vert­reten. Vgl. noch Scroggs, R., The Last Adam. A Study in Pauline Anthropology, Philadelphia 1966. 94. 25 Sehr zurückhaltend formuliert J. A. Fitzmyer: „As a result of the contrast, „spiritual body" must mean a human body as transformed by God through Christ for a new mode of existence, under the influence of Pneuma, „holy Spirit". Yet that is a description of extrinsic influence on söma, and it really tells us nothing about a „spiritual body" in se; hence the oxymoron re­mains." Fitzmyer, J. A., First Corinthians, 596. 26 Vgl. Käsemann, E., Leib und Leib Christi, Tübingen 1933. 134ff. Müller, K., Die Leiblichkeit des Heils, 247ff. Lang, F., Die Briefe an die Korinther, 235; Schräge, W., Der erste Brief an die Korinther IV, 300. Merklein, H. - Gielen, M., Der erste Brief an die Korinther, 361. 27 Müller, K., Die Leiblichkeit des Heils, 248.

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