Folia Theologica 19. (2008)
Puskás Attila: Die Läuterung nach dem Tod - Neue Gesichtspunkte in der Enzyklika "Spe salvi" von Papst Benedikt XVI.
FOLIA THEOLOGICA 19 (2008) 219 PUSKÁS, Attila DIE LÄUTERUNG NACH DEM TOD Neue Gesichtspunkte in der Enzyklika „Spe salvi" von Papst Benedikt XVI. Papst Benedikt XVI. widmet in seiner Enzyklika über die christliche Hoffnung ein eigenes Kapitel der Glaubenswahrheit, dass alle Menschen nach ihrem Tod vor Gottes Gericht gelangen mit ihrer Entscheidung und ihrem Leben, das nun endgültig geworden ist.1 Er nennt den Glauben Schule der Aneignung der Hoffnung, der sich zum Gericht Gottes bekennt, das gerecht und von Barmherzigkeit durchdrungen über das Leben jedes einzelnen Menschen ausgesprochen wird. In diesem Zusammenhang spricht der Papst detailliert von der Läuterung nach dem Tod als Quelle und Gegenstand der christlichen Hoffnung. Ziel der vorliegenden Studie ist es, jene neuen Akzente vorzustellen, die der Heilige Vater in der Enzyklika Spe salvi bezüglich der traditionellen katholischen Lehre über das „Fegfeuer" formuliert. Damit das Neue der Lehre des päpstlichen Rundbriefes sowie auch die organische Kontinuität mit der Tradition gut wahrgenommen werden können, ist es nötig, (1) kurz die theologischen Gründe der Entstehung der Lehre über das „Purgatorium" und im Zusammenhang damit die gemeinsamen und voneinander abweichenden Elemente der westlichen und östlichen Tradition zu skizzieren; unter Punkt (2) werden die Lehre der wichtigsten Lehramtsäußerungen, die zu diesem Thema früher erschienen ist, und die Grundgedanken der traditionellen theologischen Deutungen dargestellt. Danach, unter Punkt (3) werden die neuen Züge der Sicht des „Fegefeuers" in der päpstlichen Enzyklika im Allgemeinen betrachtet. Schließlich wird es sich lohnen, drei Fragenkreise getrennt zu behandeln, in denen sich der theologische Hintergrund und die Vorgeschichte der neuen Akzente in der Deutung von Papst Benedikt XVI. über das „Fegefeuer" besser zeigen, so wie 1 Benedikt XVI., Spe salvi, Über die christliche Hoffnung, Nr. 41-48.