Folia Theologica 18. (2007)

Imre Koncsik: Synergetische Hermeneutik - Grundlagen und Perspektiven

98 I. KONCSIK Interpretation Das synergetische Deutemuster der Wirklichkeit lässt sich gene­ralisieren, indem wichtige Spezifika elementarisiert, formalisiert und differenziert werden. Folgende Kennfelder und Koeffizienten synergetischer Realitäten können angegeben werden: Komplexität Gemeint sind: a) Integration der Einzelelemente, Abläufe, Struk­turen und Dynamiken inkl. kinematischer Effekte; b) Spezifizie­rung der Einzelelemente, also Kreierung von Differenzstrukturen; diese Spezifikation ist auch exklusiv funktional denkbar wie bei den o.g. Neuronen i. S. der fungiblen und temporären Arealbil­dung; c) eine hinreichende Quantität und Anzahl der Einzelgege­benheiten; d) das Erfordernis der Beschreibung durch neue Levels ist korreliert mit der Schaffung einer neuen Qualität als der effekti­ve „Mehrwert" der synergetisch installierten Realität. Komplexität meint demnach eine systemische Komplcxifizierung via Integration pluripotenter und multivalenter Einzelkomponenten von einer „hö­heren Warte" aus. Diese bedingt zugleich eine neue „Innigkeit" und Kohärenz als „Substrat" des neuen Systems. Ab einer individuellen Kohärenzgrenze, die erreicht ist, wenn das System zu zerfallen droht, ist ein Integrabilitätsgrad überschritten und ein neuer „tiefer liegender" Integrationspunkt gefragt. Die Kohärenz und Einheit möchte irgendwie nie untergehen, sondern reformt sich stets neu. Der neue Integrationspunkt manifestiert sich als innovative und in­trinsische Systemeigenschaft als Wirkung „von innen her": das „Sy­stem" „bestimmt" sich als Ganzes (und nicht nur ein Systemteil) ak­tiv und „wird" passiv „bestimmt". Impulstransfer Impulstransfer meint folgendes: a) eine abstrakte ideelle Größe von „Impuls", als ob eine schöpferische Macht vom „Alten" zum „Neuen" transportiert wird; b) Transfer setzt Einigung und Ein­dringen voraus, und zwar zwischen dem „Alten" nicht mehr Gege­benen und dem „Neuen" noch nicht Gegebenen als das eine Ereignis der Gegenwart; c) der Transfer impliziert eine evolvierende Trans­formation des „Alten" ins „Neue"; d) permanenter Überschuss an

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