Folia Theologica 18. (2007)

Imre Koncsik: Synergetische Hermeneutik - Grundlagen und Perspektiven

SYNERGETISCHE HERMENEUTIK 99 Energie / Impuls und Informierbarkeit ist die notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung synergetischer Koeffizienz; e) Limi­tation welcher Art auch immer (räumlich, zeitlich, strukturell, funk­tional) ist eine weitere „conditio sine qua non" der synergetischen Eruption und Eigenwüchsigkeit. Propensität Propensität heißt „Getriebenheit" aufgrund von Kontingenz und impliziert strukturelle Dynamik und dynamische Kinematik, d.h. Prozess und Werden als permanente energetisch kausierte Ma­nifestation von material-formalen Ereignissen. Sukzessiv Konkrete­res wird aus weniger vernetzten und diffuseren Einzelrealitäten ge­neriert durch den universalen Energie-Input, der sowohl „von un­ten" als auch „von oben" wirkt, um schließlich „aus der Mitte" des gerade entstehenden Neuen heraus zu entspringen. Die Energie wirkt dispositiv, allgemein und konkret, indem einerseits das „Neue" passiv ausgelöst und „sein gelassen" wird und parallel da­mit aktiv „zu sich selbst" angetrieben und ermächtigt wird. Relation / Interaktion zwischen differenten Basisgrößen Eine wesentliche Formalisierung synergetischer Mechanismen setzt voraus, dass fundamental und primär differente Basisgrößen (differente Struktur) sich sekundär in ihrem dynamischen Netz­werkverhalten differenzieren (Dynamik), um sich als Ganzes noch­mals neu zu differenzieren (Kinematik). Die Basisgrößen meinen a) Elemente, b)Potentiale / Potentialgefälle, c) differenten Kräfte, Fel­der, Wirkungsvermittlungen, Interaktionsmodi, quantitativ und qualitativ different gewichtete Relationen, und schließlich d) diffe­rente Seinsebenen und e) (physische und metaphysische) Sein­sprinzipien. Synergetisch werden diese Differenzen aufgehoben bzw. konsensualisiert. Synchronisierung/ Synchronizität Impliziert sind transkausale „Just in time" - Szenarien in einem systemischen (also weder holistischen noch elementaren) Modus der Kausalität, gemäß dem ein klassisch so bezeichnetes „Naturge­setz" nur eine Teilkomponente zur Beschreibung eines naturalen Ereignisses liefert. Es geht um die Abstimmung von Ereignissen,

Next

/
Thumbnails
Contents