Folia Theologica 18. (2007)
Csaba Török: Der Geist Gottes in der Welt der Kulturen. Pneumatologische Akzente im Glaube-Kultur-Verhältnis
330 Cs. TOROK sehen unserer Zeit unsere Worte auf ihrer eigenen (kulturellen) Muttersprache vernehmen können. Die wirksame Gegenwart des Geistes ist in dem Anfang, der Fortsetzung und in der Erfüllung, in der Leitung und der Lenkung des Zeugnisses wahrnehmbar. Diese Gegenwart ist aber nie rein persönlich-individuell, sondern trägt auch einen besonderen gemeinschaftlichen Charakter. Das Zeugnis wurzelt sich in der Gemeinschaft der Kirche, und führt in die gleiche Gemeinschaft dadurch hinein, dass der Heilige Geist den mystischen Leib Christi durch das Hören, Empfangen und Leben des Offenbarungswortes mit seiner Gnadenwirkung aufbaut. Das gemeinsame hören und die dadurch entstehende Gemeinschaft macht aber den Christen kund, dass ihre Berufung sie zur Verkündigung des Wortes und zum Zeugnis bewegt.77 Unser Zeugnis ist immer ein Zeugnis von Gott, der sich selbst in seinem Wort, Jesus Christus ausgesprochen hat; es ist aber immer auch ein Zeugnis von uns selbst, die wir Ihm begegnet sind.78 Das Zeugnis eröffnet sich in der Kraft des Geistes vor einer neuen Dimension, vor dem Eschaton. Wir sprechen nämlich nicht nur darüber, das schon vorher geschehen ist, von dem, der gekommen ist; sondern wir legen unser Zeugnis auch vor dem ab, das noch zu kommen ist, den / das wir im Glauben erwarten; das bedeutet, dass das Zeugnis in sich so das apostolische, wie das prophetische Element vereint, und das Siegel dieser beiden ist eben der Heilige Geist, der in uns die Erstlingsfrucht der kommenden Welt hervorbringt.79 Die Rolle des Geistes vom Zeugnis ist auf besondere Weise begreifbar: Es handelt sich um eine spezielle Art der Geistesgegenwart in der Welt. Der anglikanische Theologe, J. W. Taylor betont diesen Aspekt: 77 Siehe WIEDENHOFER, S., Ekkléziológia, in A dogmatika kézikönyve, vol. 2 (Hrsg, von Schneider, T.), Vigilia, Budapest 2002, 49-159, 1 14. 78 Vgl. FROSSARD, A., Dio esiste. Io l’ho incontrato, SEI, Torino 1969. 79 „La témoignage n 'est plus solement prophétique, il est apostolique, il attest ce qui est arrivé. (...) Dans l’ère messianique et eschatologique inaugurée par la mission-don de Jésus-Christ et du Saint-Esprit, le témoignage unira les deux valeurs, celle de la mémoire et de l’attestation de ce qui est arrivé, et celle d’un dynamisme affirmant l'efficacité actuelle de ces réalités et leur accomplissement par la mission apostolique issue de ces faits mêmes, jusqu’à sa consommation eschatologique.“ - CONGAR, Y., Je crois en l’Esprit Saint, 289k (II/59k).