Folia Theologica 18. (2007)

Csaba Török: Der Geist Gottes in der Welt der Kulturen. Pneumatologische Akzente im Glaube-Kultur-Verhältnis

DER GEIST GOTTES IN DER WELT DER KULTUREN 329 dass die unentbehrliche Rolle des Geistes Gottes, des Geistes des Zeugnisses, im Kontext der kulturellen Interaktion des Glaubens bzw. des Glaubensträgers klar gesehen wird. Es ist nämlich der Hei­lige Geist, der für den Erfolg des Zeugnisses eintritt, es geht hier also nicht nur um eine menschliche Methode, Glaubensinhalte zu vermitteln; sondern vielmehr um eine vom Geist bewegte Begeg­nung zwischen dem Gläubigen und dem (noch) Nicht-Gläubigen. • An erster Stelle wollen wir die Grundregel Pauli hervorheben: „Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heili­gen Geist redet."75 • Die Wirkung des Heiligen Geistes in dem persönlichen Glau­bensakt ist auf dreifache Weise erkennbar: Vorangehende Wir­kung (Wille, Offenheit, Bereitschaft), verwirklichende Wir­kung (Konnaturalität, Verstehen, die Gnade des Glaubens) und nachfolgende Wirkung (die Transposition der persönli­chen Glaubensakt in das Leben des Einzelnen, ihre Überset­zung in die Sprache der Vernunft). • Man kann Zeugnis geben, falls man vom Geist bewegt ist; ge­nau so kann man den Sinn des Zeugnisses ergreifen, falls man von der Gnade des Geistes begleitet ist. • Die Rolle des Heiligen Geistes ist nicht nur ermöglichend, son­dern auch fördernd. „Charitas Christi urget nos" - „Die Liebe Christi drängt uns"76, d.h. der Geist giesst in unser Herz das göttliche Leben, die „Liebe, die uns erobert", und diese neue in­nere Realität drängt uns - weit über jede Form von äußeren missionarischen Geboten - mit innerlicher Kraft zum Zeugnis von der Wahrheit, die wir erkannt haben. • Es ist der Heilige Geist, der den Kontext, die Sprache, das Me­dium zur Vermittlung der Botschaft des Zeugnisses zu den an­deren Menschen, zur Kultur schaftt. Das Herabstiegen des Geistes am Pfingsttag befähigte die Apostel, dass sie jeden ein­zelnen in seiner heimischen Muttersprache ansprechen kön­nen - der gleich Geist macht uns fähig, die Sprache des Zeug­nisses in der Welt von heute zu sprechen, so däss die Men­75 IKor 12,3. 76 2Kor 5,14.

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