Folia Theologica 18. (2007)

Mihály Kránitz: Heilige Elisabeth (1207-1231) als Vertreter des Treffens der verschiedenen christlichen Kulturen in Thüringen im 13. Jahrhundert

120 M. KRANITZ Ihr Mann Ludwig trat dem Deutschen Orden bei und empfing von Konrad von Hildesheim das Kreuz, um am 6. Kreuzzug teilzu­nehmen.10 11 Er erkrankte sich dabei in Italien, und starb dort 1227 (Otranto) an einer Seuche. Elisabeth war tief erschüttert: „Mit ihm ist mir die Welt gestorben." Zu dieser Zeit war der Älteste ihrer drei Kinder, Landgraf Her­mann IL, erst 5 Jahre alt. Daher wurde ihr Schwager, Heinrich Ra­spe IV. neuer Regent. Er soll Elisabeth von der Wartburg vertrieben haben mit der Begründung, sie verschwende öffentliche Gelder für Almosen. Bei ihrem Onkel, dem Bischof von Bamberg, fand Elisabeth dann mit ihren drei Kindern Aufnahme: er wollte sie wieder ver­mählen, aber Elisabeth lehnte selbst die Werbung von Kaiser Fried­rich ab. Rückkehrende Kreuzritter brachten ihr die Gebeine Lud­wigs, und er wurde feierlich bestattet. In Eisenach fand sie keine Unterkunft, deshalb hat sie in einem Schweinestall übernachtet. Sie freute sich sehr, denn so wurde sie ihrem heiss geliebten Herrn, Jesus Christus ähnlich. Zu Mitternacht stand sie auf, ging in die Kirche der Franziskaner, und liess von ih­nen ein Te Deum singen lassen. Sein Beichtvater, Konrad verbot ihr jedoch zu betteln und untersagte ihr auch ein radikales Armutsge­lübde abzulegen.11 Hier kann die Spannung der zwei Kulturen gut beobachtet werden: Unterschiedlich von Konrad war ein echter un­garischer Charakterzug, dass, was sie getan und unternommen hat­te, mit Leidenschaft und sich verschwendend getan hatte.12 10 BREUERS, D., Sterben für Jerusalem, Tosa, Wien 2006; HECHELHAM­MER, B., Kreuzzug und Herrschaft unter Friedrich II. ; Handlungsspielräu­me von Kreuzzugspolitik (1215-1230), Thorbecke, Ostfildern 2004; BOZSÓKY, P. G., Keresztes hadjáratok, Agapé, Szeged 1995. 11 Nach der Elisabethforschung hat Karl Hermann May zuerst die drei vorange­henden Traditionen (Konrad als Dominikaner, Franziskaner und Weltpriester) skizziert, begründet er seine These mit einem Eintrag zum Todestag Konrads von Marburg als „fratris nostri in Martburck“ im Nekrologium der Prämon- stratenserabtei Arnstein auf. Das stellt ANDRÁS KORÁNYI in seiner Disser­tation (Leben und Biographie: Die Heilige Elisabeth von Thüringen und Un­garn im Spiegel der wissenschaftlichen Forschung des 20. Jahrhunderts, Evangélikus Hittudományi Egyetem, Budapest, 2004, 41-42) in Frage. 12 VIDA, T., Szent Erzsébet és Marburgi Konráid, in Vigilia (1981/1 1), 794.

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