Folia Theologica 18. (2007)

Imre Koncsik: Synergetische Hermeneutik - Grundlagen und Perspektiven

SYNERGETISCHE HERMENEUTIK 105 logisch eine strukturelle analoge Einheit qualitativ differenter Wirklichkeitslevels vorausgesetzt, die jeweils in ihren eigenen Be­stand entlassen werden, um instantan in die benachbarten Levels entrückt zu werden. Die Kombinationen sämtlicher Wirklichkeitsle­vels setzt eine allumfassende und umgreifende Metaeinheit voraus, die als Einheit eines universalen Seins bestimmt werden kann. Die­ses ermöglicht immer neues Sein durch Selbstsein und Mitsein via Perichorese der Realitätsleveis, was sich physisch als synergetische Kooperation anzeigt. Dadurch kann sie durch harmonikale Konso­nanz, sprich: durch eine korrespondierende Mathematik, näher eruiert werden, insofern der tiefere Sinn der Konsensualsierung in Zahlenverhältnisse, Geometrie, Melodie und Musik ansichtig wird: beim faktischen "Gelingen" und Funktionieren einer synergeti­schen Operation bzw. bei optimaler "Passung" entsteht Konsonanz entgegen einer Dissonanz. Begriffliche Parallelen zwischen Metaphysik und Physik Einige und ergänzbare begriffliche Parallelen geben ein intrinsi­sches mutuales Reziprozitätsverhältnis wieder und können nur an­gedeutet werden46: a) dem metaphyischen Prinzip der Materie kor­respondiert der physische Input an Energie als generalisierter An­trieb mit Auslösung einer Kompetition differenter Ablaufmuster um Generierung eines konsistenten Ablaufmusters; b) der Form ent­spricht die synergetische Erzeugung von Information definiert als Menge von „bits" (und quantentheoretisch der „qubits") zwecks Gesamterfassung des neuen Systems im Zuge der Kohärenzbil­dung; c) dem Seinsakt wird die Re-Konstituierung der individuellen Struktur zwecks und kraft des „Seins" als Eigenwüchsigkeit zugeord­net; d) der Essenz als „appetitus ad esse" korreliert eine intrinsische Potentialität als Propensität; d) dem ontologischen Werden kommt das physische Ablaufmuster als Ereignis und Geschehen nahe; e) den metaphysischen Prinzipien des Mitseins und Selbstseins ent­46 Zur antizipierten metaphyischen Begrifflichkeit siehe: BECK, H., Dimensio­nen der Wirklichkeit, Der Akt-Charakter des Seins: eine spekulative Weiter­führung der Seinslehre Thomas von Aquins aus einer Anregung durch das dialektische Prinzip Hegels, Frankfurt a. M. u.a. 22001 ; ders., Dimensionen der Wirklichkeit. Argumente zur Ontologie und Metaphysik, Frankfurt a. M. u.a. 2004.

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