Folia Theologica 18. (2007)

Imre Koncsik: Synergetische Hermeneutik - Grundlagen und Perspektiven

106 1. KONCSIK sprechen Kooperativität und komplexer Vernetzungsgrad, so dass das Sein als Werden durch relationaler Subsistenz transparent wird. Schließlich erfolgt durch strukturelle und dynamische Limita­tion der Aktpotenz eine Legitimation der Generierung von immer neuen relational-subsistenten Entitäten, sprich: durch Limitation kommt es zu synergetischer Autopoesis sowie zur Evolution von autonomen Seienden qua heteronomer Konstitution. Unvermischte und ungetrennte Einheit von Physik und Metaphysik Die Frage nach dem notwendigen und hinreichenden Grund des tagtäglich erfahrbaren synergetischen Wirkens, angefangen von der quantenmechanisch obligaten nichtlinearen Synkopie in der linea­ren Superposition von Zuständen bis zur Jungschen Synchronizität von personal konjugierten Ereignissen innerhalb des Netzwerks Menschheit47 kann ausschließlich durch Rekurs auf die analoge Ein­heit der physischen und metaphysischen Koeffizienten in Ansätzen beantwortet werden. Demnach wirken konkret Prinzipien: 1) "von unten": durch Input an Energie, naturale Limitation (physisches Prinzip) und dynamische „Erregbarkeit" der Ele­mente; 2) "von oben": durch In-Formation zwecks Koordinierbarkeit (nicht zwecks konkreter Koordinierung) und prinzipielle „Konjugierbarkeit" der Elemente; 3) "intrinsisch": als relative Autonomie, Autopoesie, Schöpfer­sein, kinematische „Verbindung" der Elemente als Einheit von „generiert werden" (durch a priori-Disponenten) und „sich selbst generieren" (durch a posteriori Disponenten). Somit kann eine Disposition „von oben" und „von unten" postu­liert werden, die ontologisch als „intrinsische" Se/bsfanalogisierung und Selbstorganisation verbalisiert werden kann. „Selbst" bezieht sich auf a) das entstehende und entstandene „Neue" und b) auf die 47 Zur Extrapolation dieses Phänomens von C. G. JUNG siehe: CRAMER, F., Der Zeitbaum. Grundlegung einer allgemeinen Zeittheorie, Frankfurt am Main u.a. '1994, 161-180. 236-238, wo eine Wechselwirkungsebene von zy­klischer und irreversibler Zeit als Synchronizität verankert wird; ähnlich PEAT, F.D., Synchronizität. Die verborgene Ordnung, Wien 21991.

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