Folia Theologica 18. (2007)
Imre Koncsik: Synergetische Hermeneutik - Grundlagen und Perspektiven
100 I. KONCSIK von „Wellenamplituden", Phasen, strukturellen „Kanälen" zwecks Evolution einer neuen Einheit, die sich bei jeder entsprechenden Gelegenheit auch real umsetzen muss. Es kann eine verborgen wirkende und sich selbst erwirkende Vorform der neuen Systemeinheit als Einheit von Entitäten und Prozessen zwecks ihrer prinzipiellen Konsensualisierbarkeit a priori antizipiert werden. Schließlich besagt Synchronisierung auch eine Synspatialisierung, insofern mit der Aufhebung zeitlicher Differenzen auch räumliche Differenzen aufgehoben bzw. kohärent reintegriert werden. Konsistenz Die siegreiche Verwirklichung von einheitsbildenden Mechanismen durch schöpferische Einigung von Gegebenheiten realisiert sich als synchrone und diachrone sowie als physische und metaphysische Konsistenz und als alle internalisierten Konsistenzen umgreifende und sich in ihnen auswirkende „Hyper-Konsistenz". Sie wird durch perpetuierende Repetition vollzogen: diachrone und synchrone Abstimmungen gehen als Ursache und Wirkung derart ineinander über, dass dynamische Oszillation sowie Resonanz und als Folge davon Stabilität als Verfestigung des „Neuen" emergieren kann. Derart werden aus indifferent werdenden Differenzen des „alten" Systems die Differenzen konstruktiv für eine Harmonisierung von Ereignissen eingesetzt. Selbstorganisation: Integration durch Selektion via Kompetition Selbstorganisation setzt den Akzent auf die initiale Eigendynamik des sich herstellenden neuen Systems; sie hat die Gegenwart als Interim zwischen „noch nicht" des Neuen und „nicht mehr" des Alten zum effektiven Referenzpunkt: werden etwa die von sich aus „blinden" resp. informationslosen Zellkomponenten in ihrem dynamischen Ablaufmuster betrachtet, so stellt sich die Frage nach der Abstimmung ihrer Eigenzeiten und sich selbst limitierenden Entladungen der Energie, die in den singulären Elementen vorher gespeichert und sofort wieder restituiert wird. Diese Abstimmung geschieht initial und instanton quasi im präsentischen Augenblick: es gibt weder ein dirigierendes externes informierendes Kraftfeld noch ein internes Programm in den Elementen. Dennoch ist deut