Folia Theologica 17. (2006)
Imre Koncsik: Künstliche Intelligenz - was kann die Dogmatik zur Diskussion beitragen?
84 I. KONCSIK (Ver-)Fügung/ denn ohne eine divine Fokussierung hätte der zureichende intentionale und real effektive Grund der Kreierung einer ekklesialen Union gefehlt. Unmittelbar göttliche Anzeichen der ekklesialen Konstitution sind dabei nicht nur Derivate subjektiver Glaubensaxiome, sondern besitzen einen objektiven und darin entscheidenden „Rest", der gemäß diesem Formalkriterium nicht auf andere Erklärungsgründe - hier etwa auf psychische, sozialdynamisch-evolutive Mechanismen der Entstehung der Kirche - reduziert werden kann; ansonsten ist ein entscheidendes Verifikationskriterium der „Wahrheit" einer Kirche verfehlt. Die Frage nach der ekklesiologischen Letztbegründung Bezogen auf die ekklesiologische Frage nach einer dogmatischen Kirchenfundierung wird mit den folgenden inhaltlichen Bestimmungen die Angabe geprüft, inwiefern das katholische Selbstverständnis in seiner theoretischen Ausgestaltung den o. g. formalen Kriterien genügt; praktische Umsetzungen des theoretischen Anspruchs sowie der in einem System von Aussagen formalisierten Selbstbeschreibung werden pragmatisch orientierten Disziplinen überlassen. Andere Kirchen und religiöse Gemeinschaften werden aufgrund der Begrenzung des vorliegenden Beitrags nicht authentifiziert noch miteinander in eine für die Wahrheitsfindung aufschlussreiche Kompetition um Kohärenz und analoger Konsistenz entlassen, weshalb die inhaltlich konkrete Applikation in ihrem Detail als eine eins zu eins Anwendung o.g. formaler Kriterien ausblei- ben wird. 55 55 So auch Ziegenaus, A. (Die Heilsgegenwart in der Kirche. Sakramentenlehre, (Scheffczyk, L.; ders., Katholische Dogmatik, Band VII), Aachen 2003): „Die Kirche ist auch deshalb eine einzige, weil ihr als katholischer, wie oben gezeigt wurde, nicht nur geographisch eine universale Sendung übertragen wurde, sondern sie alle Bereiche der Wirklichkeit erfassen soll.“ (71).