Folia Theologica 17. (2006)

Imre Koncsik: Künstliche Intelligenz - was kann die Dogmatik zur Diskussion beitragen?

74 I. KONCSIK HICK24 (*1922), der den subjektozentrischen Ausgangspunkt seines Ansatzes bei der religiösen Erfahrung des „ewig Einen" oder des „göttlichen Noumenons" nimmt25. Die Pluralität der religiösen Traditionen sind konkrete Ausdrucksformen der einen Urerfahrung; ihr wird Authentizität zugesprochen, sie kann auf echtem Kontakt mit dem religiösen Transzendenten fußen26. Das Ergebnis ist ein humanistischer Pansophismus, der von einer universalen göttlichen Wirklichkeit ausgeht, die different approximiert werden kann. Unter den Approxi­mationen ist keine ausgezeichnet. Er reduziert auch das We­sen der Kirche auf die religionsphilosophische Konzeption ei­ner möglichen und faktisch gewordenen, jedoch nicht not­wendigen sozial greifbaren Realisation einer universalen und darin maximal inhaltlich entleerten Ur-Religion27, deren kon­fessionell parallel geschaltete Vertreter ein je unverbindliches Kongloremat als Gesinnungsgenossenschaft bilden. Die aktu­elle These der pluralistischen Religionstheologie28 in Gefolg­24 Vgl. J. HICK (Hg.), Wurde Gott Mensch? Der Mythos vom fleischgeworde­nen Gott, Gütersloh 1979 25 Gott und seine vielen Namen, hg. von R. KIRSTE, Altenberge 1985, 90f 26 Gott und seine vielen Namen, hg. von R. KIRSTE, Altenberge 1985, 90 27 Religionsphilosophisch wird eine latente Urkirche als Konkretion einer Ur-Religion und Ur-Bindung aller Menschen an Gott als Grund jeder konkre­ten Religion und Kirche ausgegeben, welche in ihrer Substanz entbehrlich und austauschbar werden. Paradigmatisch bei TILLICH, P., Systematische Theologie, Band III, Stuttgart 1966, „Vor der Manifestation des Neuen Seins in dem Ereignis, auf das die christlichen Kirche gegründet ist, gab es keine manifeste Kirche; aber eine latente Kirche hat es immer gegeben und gibt es zu allen Zeiten der Geschichte, vor und nach diesem Ereignis: die Geistge­meinschaft im Zustand ihrer Latenz... Die zentrale Manifestation des Heili­gen selbst wäre nicht möglich gewesen, ohne dass die Erfahrung des Heiligen sowohl als eines Seienden wie als eines Sein-Sollenden vorausgegangen wäre... Und wir können sagen, dass das Reich Gottes in der Geschichte von den Gruppen und Menschen repräsentiert wird, in denen die latente Kirche lebt, da nur durch deren vorbereitendes Wirken... die manifeste Kirche und mit ihr die christlichen Kirchen zu Gefäßen für die Bewegung der Geschichte auf ihr Ziel hin werden konnten und werden können.“ (427f). 28 Siehe dazu die Artikel in: Internationale katholische Zeitschrift Comunio, 25 (1996), bes. 206-320. Siehe auch: BERNHARDT, Reinhold, Der einzige Weg zum Heil? Die Herausforderung des christlichen Absolutheitsanspruchs durch pluralistische Religionstheologien (QD 143, hg. von Jürgen Werbick und Michael von Brück), Freiburg-Basel-Wien 1993

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