Folia Theologica 17. (2006)

Imre Koncsik: Künstliche Intelligenz - was kann die Dogmatik zur Diskussion beitragen?

DIE SUCHE (NACH) DER WAHREN KIRCHE 71 genüber dem Begriff der Pluralität12, die nicht auf die Indifferenz aller13 im Sinne eines nivellierenden Relativismus14 hinauslaufen würde15. Inwiefern der Absolutheitsanspruch der katholischen Kir­che mit einer nicht-relativistischen pluralistischen Religionstheorie einerseits und einem Verständnis der Kirche als unmittelbare Grün­dung im trinitarischen Gott (Volk-Gottes-, Leib-Christi- und Tem- pel-des-Geistes-Ekklesiologie) andererseits kompatibel ist und demgemäss Modifikationen erfahren kann, wurde bislang weder detailliert noch systematisch noch ganzheitlich untersucht. Etwas differenzierter können ekklesiologische Modelle wie folgt entlang des genannten Glaubensaxioms hierarchisch klassifiziert werden:- Modell 1: Reduktionistische Deskriptionen: sie identifizieren das Wesen der Kirche mit historischen, soziologischen oder sy­sondern ihn rettet, was mehr ist als alle Systeme und was die Öffnung aller Systeme darstellt: die Liebe und der Glaube, die das eigentliche Ende des Egoismus und der selbstzerstörerischen Hybris sind. Die Religionen helfen so weit zum Heil, so weit sie in diese Haltung hineinführen; sie sind Heilshin­dernisse, soweit sie den Menschen an diesr Haltung hindern.,, (356). 12 Kurz dargestellt bei ZIEGENAUS, A., Die Heilsgegenwart in der Kirche. Sa- kramentenlehre, (SCHEFFCZYK, L.; DERS., Katholische Dogmatik, Band VII), Aachen 2003, 69f. 13 Nach NOTHELLE-WILDFEUER, U„ Pluralismus oder Pluralität? Anthro­pologisch-sozialethische Anmerkungen zu einem Problem der Gegenwarts­kultur, in: ThG 39 (1996), 94-113, 94. 14 So der Vorwurf bei BÜRKLE, H., Das Absolute im Abseits. Zu einer 'Regel­widrigkeit ' pluralistischer Religionstheologien, in: Internationale katholische Zeitschrift Communio, 25 (1996), 310-321. - Man beachte: die Theorie des pseudo-religiösen Relativismus ist selber nicht relativistisch, sondern absolut formuliert. Vgl. RAHNER, K., WEGER, K.-H., Was sollen wir noch glau­ben? Theologen stellen sich den Glaubensfragen einer neuen Generation, Freiburg u.aU979, 28-29. 15 Vgl. hingegen SCHMIDT-LEUKEL, P., Worum geht es in der Theologie der Religionen?, in: Internationale katholische Zeitschrift Comunio, 25 (7/8 1996), 289-297; DERS., Optionen und Chancen der pluralistischen Reli­gionstheologie John Hicks, in: SCHWAGER, R. (Hg.), Christus allein? Der Streit um die pluralistische Religionstheologie, (QD 160) Freiburg u.a. 1996, 11-49. - Siehe dagegen VERWEYEN, H., Pluralismus als Fundamentalis­musverstärket, in: ebd. 132-139; WERBICK, J., Anfragen an den Pluralismus der Pluralistischen Religionstheorie, in: ebd. 140-157. Vgl. SCHWIND, G., Rez. zu ebd., in: ThRev 93 (1997), Sp. 134-137. Dabei divergiert stark die Art der Kritik an den pluralistischen Religionstheorien.

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