Folia Theologica 17. (2006)
Imre Koncsik: Künstliche Intelligenz - was kann die Dogmatik zur Diskussion beitragen?
70 I. KONCSIK finalisierter und intim-existentiell eingestifteter göttlicher „neuer" Bund, der aufgrund seiner ontologischer Prädizierbarkeit „Leib Christi", aufgrund seiner eschatologischen Finalisierung etwa in Lumen Gentium als „Volk Gottes" und wegen seiner pneumatisch bewegten existentiellen Elemente als „Tempel des Heiligen Geistes" näher expliziert wird. Die hier gesuchte wahre Kirche sollte als Konsequenz aus dem Glaubensaxiom des maximal möglichen (und alle Scheinmöglichkeiten als unmöglich ausschließenden) Vertrauens in Gottes schöpfungsbezogene Wirkung7 diesem kulminativen und alle anderen Definitionen integrierenden bzw. inkludierenden Kirchenbegriff irreduzibel genügen. Die im Laufe der Diskussion ausgearbeitete Klassifizierung der Positionen der 'Religionstheorien' nach exklusivistisch8, inklusivi- stisch9 oder pluralistisch10 greift für das ekklesiale Selbstverständnis der katholischen Kirche zu kurz, da alle drei Positionen Reduzierungen der analogen Einheit der Religionen darstellen, die - aus christologischer Perspektive - in der gottmenschlichen Einigungseinheit Jesu verwirklicht ist11. Pluralismus ist auch abzugrenzen ge7 Man beachte: dieses Glaubensaxiom ist unmittelbares Resultat des göttlichen Vertrauens in die Menschheit in der Person Christi und somit die responso- risch-dialogische Reaktion auf dieses göttliche Vertrauen. Freilich kann die maximale personal und ontologisch zu qualifizierende Nähe Gottes wiederum nur unter Rekurs auf das eigene subjektive Glaubensengagement positiv erkannt werden. 8 Es wird hierunter sogar die pluralistische Religionstheorie eingeordnet, die nur scheinbar pluralistisch sei. Siehe zu weiteren pluralistischen Ansätzen D’COSTA, G., The Impossibility of a Pluralist View of Religions, in: Religious Studies 32 (2/1996), 223-232. Nach ihm gilt, „that pluralism must always logically be a form of exclusivism and nothing called pluralism really exists.“ 9 So etwa der Ansatz von: STUBENRAUCH, B., Dialogisches Dogma. Der christliche Auftrag zur interreligiösen Begegnung, (QD 158), Freiburg 1995; FIGURA, M., Die Kirche als allumfassendes Sakrament des Heils, in: Internationale katholische Zeitschrift Comunio, 25 (7/8 1996), 342-358, bes. 353-355; aber auch GRESHAKE, G., Der dreieine Gott. Eine trinitarische Theologie, Freiburg u.a. 1997, 499-522, der den Inklusivismus trinitarisch fundiert, da es mehrere Wege zur analogen Einigung gebe. 10 Nach KNITTER, P.F., Ein Gott - viele Religionen. Gegen den Absolutheitsanspruch des Christentums, München 1988, 58-62, sind diese ‘Phasen’ religionsgeschichtlich beschritten worden. 11 Daher ist die erreichte und realisierte Einheit auch der Maßgrund allen Glaubens. Vgl. RATZINGER, J., Das Heue Volk Gottes, Düsseldorf 1969: „...nicht das System oder das Einhalten eines Systems retten den Menschen,