Folia Theologica 17. (2006)

Imre Koncsik: Künstliche Intelligenz - was kann die Dogmatik zur Diskussion beitragen?

DIE SUCHE (NACH) DER WAHREN KIRCHE 69 spricht die inhaltlich (physisch, mental, existentiell) realisierte Ein­heit und Einigung des Seins durch den Menschen als sein eigenes Sein, als das Sein der anderen und in analoger Weise sogar als das göttliche Sein, das sich bei einer gelingenden Einigung im existen­tiellen Gewissen und geistigem Wissen bewährend und bewahrhei­tend meldet. In diesem ontologischen Kontext verlangt die rationale Reflexion nach einer besonderen Fundierung und argumentativen Entscheid- barkeit zwecks Verifizierung des Wahrheitsanspruchs im inter- und intra-religiösen Diskurs. Es müssen formale und objektivierbare Krite­rien zwecks universaler und konsensualer Überprüfung genannt werden können - wobei bereits dieses Postulat ein Kriterium ist: das der Universalität, wie noch zu zeigen ist. Auch werden die Kri­terien nicht isoliert vom Sein des Menschen Geltung beanspruchen können: sie ersetzen nicht die gegenüber der rationalen Reflexion modal differenten Seinsvollzüge existentieller, intuitiver, erfah­rungstheoretischer, sozialer oder physischer Art. Schließlich wird ihre inhaltliche Applikation der religiös stets intendierten gott­menschlichen Einigung gerecht werden müssen, insofern eine ana­loge Einheit von „vertikaler" und „horizontaler", göttlicher und menschlicher, immanenter und transzendenter Deskriptionsebene gesucht wird. Definitionen und Modelle Vor der Eruierung der Kriterien werden klärende definitorische Bestimmungen getroffen. Sie werden negativ durch abgrenzende Differenzierungen identifizierbar gemacht: plurale ekklesiologische Konzeptionen akzentuieren die Einheit der noch herauszustellen­den „einen" Kirche des Herrn; pluralistische Modelle hingegen beto­nen die Differenzen der individuellen transzendenten Rü­ckanbindungen (re-ligio) der Menschen, als deren kleinstes ge­meinsames Vielfaches eine reduktiv explizierte identische Ur-Reli- gion bzw. das, was davon nach Elimination der Differenzen übrig bleiben kann, herausgearbeitet wird. Unter Kirche wird entweder die nur intentional, virtuell oder gar nur sozial-interessenhaft fun­dierte Gemeinschaft Gleichgesonnener verstanden, oder ein gemäß des Glaubensaxioms einer Gott gegenüber maximal zugetrauten Nähe und Wirkung divin-ontologisch konstituierter, eschatologisch

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