Folia Theologica 17. (2006)
Imre Koncsik: Künstliche Intelligenz - was kann die Dogmatik zur Diskussion beitragen?
DIE SUCHE (NACH) DER WAHREN KIRCHE 103 Nähe und somit der göttlich garantierten Aufhebung der negativen Gefallenheit und geschöpflich faktisch immer gegebenen Kontingenz widerspricht. Im Sinn einer nicht garantierten Finalisierung und Dynamisierung anderer Konfessionen und Religionen jedoch kann die Heilswirkung Gottes an Orten außerhalb der sichtbaren katholischen Kirche als durch die reale Subsistenz vermittelte Nähe Gottes angenommen werden: mit Blick auf die katholische Kirche können sich andere Religionen und Konfessionen der verbürgten Nähe und Hilfsbereitschaft Gottes gewiss sein, so dass ihre Heilsbemühungen kraft dieser katholischen Glaubensgewissheit konstruktiv für das Reich Gottes gewertet werden. Die fernen Schwestern und Brüder sind derart durch ein unsichtbares Band mit der katholischen Kirche verbunden ("conjunctur"). In anderen Kirchen kann von einer schlichten (ideell vermittelten) Präsenz Gottes gesprochen werden als Konkomitanz des Heiligen Geistes im Modus evtl, verbleibender Geheimnishaftigkeit bezüglich des eigentlichen Seins des göttlichen Gnadengebers: andere Konfessionen und Religionen sind für ihren eigenen Bestand konstitutiv auf die katholische Kirche relational bezogen ("ordinantur")93. Die ontologisch deutbare Konzentration und „vertikale" Fokussierung der hypostatischen Union kraft seiner trinitarisch relationalen Dynamik in der katholischen Kirche bildet sich nochmals „horizontal" ab in der Fokussierung der religiös- und konfessionell differenten Unionsbemühungen in der katholisch realisierten Einigung der Menschen mit Gott durch Sakramente, Zeugnis und Verkündigung; die Omnipräsenz Gottes wird immer deutlicher anhebend bei seiner Multipräsenz in anderen Religionen über die christlich differenzierbaren Stufen der Virtual- und Aktualpräsenz hinweg konzentriert und potenziert zur Realpräsenz im Sakrament der Eucharistie als zentrales Selbstvollzugselement der katholischen Kirche, so dass in ihr sogar die himmlische Totipräsenz durchsichtig wird. Ähnlich der Brechung des weißen Lichtes durch ein Prisma wird der hypostatisch kanalisierte Seinsakt durch die individuellen Bio93 Die angemahnte enge ekldesiologische Perspektive von RM ist korrekt; es kommt zu keiner Kollision mit der „Zwei-Söhne“-Lehre (ekklesiale Wirkung Jesu in der katholischen Kirche - Wirkung des ewigen Wortes in aller Welt), da eine strikte Analogie zwischen den beiden Wirkungen im Sinn eines einfachen privativen Gegensatzes herrscht