Folia Theologica 17. (2006)

Imre Koncsik: Künstliche Intelligenz - was kann die Dogmatik zur Diskussion beitragen?

100 I. KONCSIK ven Sünde verbleibende objektiv reale, wirksame und alle subjekti­ve Gefallenheit immer neu überwindende intentionale und zu­gleich reale (dieweil ekklesiale Realität überhaupt erst dynamisch stiftende) Hinordnung der katholischen Kirche auf ihren originären Basiskern. Dieser Realintention korreliert die Realsubsistenz als rea­les Inne-Sein der wahren Kirche in der katholischen Kirche kraft der gratialen Obhut des Gottmenschen, der die so verstandene Subsistenz exklusiv zukommt. Kirche ist ontologisch gewisserma­ßen ein besonderer Seinsakt in Potenz, jedoch kein ständiger Über­gang von einer Potenz in den Akt, d.h. keine rein intentionale oder nur (pelagianisch) subjektiv getragene Relation zu einem ontolo­gisch indifferenten und wirklosen Zielgrund, sondern das Ziel (Ge­meinschaft der Heiligen) selbst im Modus der Potenz. Dieser Akt ist ein „Akt in Transmutation" bis zur Vollgestalt: dann erfolgt die „Aufhebung" der „pilgernden" Kirche in die himmlische Gemein­schaft der Heiligen. Demnach wird die Analogie als Grundintegrationskriterium als größere Unähnlichkeit der Ähnlichkeit - unter Beibehaltung der essentiellen und nicht-dialektischen Dominanz der Ähnlichkeit der Unähnlichkeit - in einem negativen Modus, sc. angesichts einer faktisch negativen Differenz gewahrt. Somit besteht folgende Strukturgleichheit: das ethische Prinzip der Ganzhingabe ist we­senhaft positiv und realisiert sich angesichts der faktischen Negati­vität als Opfer in dieser Welt; das Prinzip der Heiligkeit der Kirche ist ebenfalls wesenhaft positiv und realisiert sich als eine letzte Hei­ligkeit von Sündern. Unmissverständlicher Ausdruck der fakti­schen Negativität bleibt der faktisch obwaltende und in dieser Welt noch unbesiegte Tod, den auch die katholische Kirche in seinen verschiedensten Modi immer wieder neu auf eine Transmutation und Auferweckung hin zu bestehen hat. Somit verzerrt der Tod ge­lien, Bd. IX), Mainz 1967, 369f) eingeordnet werden, das die Oberhoheit des Konzils über den Papst in Krisensituationen definiert: der Papst schuldet dann Gehorsam gegenüber dem Konzil, da das Konzil selbst seine Gewalt unmittel­bar von Christus empfangt. - Hier manifestiert und konkretisiert sich die (au­ßerordentliche) Subsistenz der Kirche eindeutig und klar in ökumenischen Konzilien, welche in Krisenfallen feststellen können, dass der Papst „ipso facto“ kein Papst mehr ist (was in Differenz zur materialen Absetzung gese­hen werden muss; die formelle Absetzung bleibt davon unberührt).

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