Folia Theologica 16. (2005)

Peter Caban: Die grundlegende liturgiegeschichtliche Entwicklung des Krankensalbungssakramentes bis Vaticanum II.

DIE GRUNDLEGENDE 39 Ordnung Betreffs zur zentraler Eucharistiefeierstellung ausgeht. Die Gläubigen in der römischen Umwelt am Beginn des 3. Jahrhun­derts brachten alse Opfergabe zusammen mit anderen Naturalien zum Offertorium auch das Öl, das der Bischof am Ende des Eucha­ristiegebetes gesegnet hat.25 ln der Schrift Testamentum Domini vom 5. Jahrhundert wurde ein anamnetisch-epikletisches an Christus konzentriertes Segnungs­gebet über dem Öl erhalten geblieben. Aus der Textinterpretierung ist offenbar: Es ging um das Ölsegen, es ist nicht jedoch eindeutig, ob es nur um das Krankensalbungsöl ging, oder um das Öl zur Vortau­fenölung der Katechumenen, weil es vom eigentlichen Gebet nicht dokumentierend ist. In der begleitenden Rubrik spricht man, dass auch der Presbyter dieses Öl segnen darf, wenngleich er es auch mit den halblauten Worten begleitet (submissc).2h Die Apostolischen Konstitutionen vom Ende 4. Jahrhunderts er­innern daran, dass der Bischof oder der Priester dem Wasser und dem Öl zugleich den Segen spenden. Es handelt sich hier allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit um das Taufwasser und um Öl der Katechumene. Bischof Serapion von Tlunuis (ca. nach 362) hat in seiner Gebets­sammlung Euchologion Serapion zwei Segensgebete betreffs an Öl für die Krankensalbung eingereiht. Das erste Gebet dient zum Se­gen des Salbenöls und des Wassers zum Trinken für die Kranken, schenke Verstärkung allen, die ihn kosten und Gesundheit denen, die ihn ge­nießen." Vgl. Traditio apostolica Nr. 5. 25 Es ist interessant, dass in Traditio apostolica das Segensgebet über Käse u. Oliven danach folgt, was zusammen mit dem zur Krankenölung festgesetzten Öl wie Segen am Ende des Eueharistiegebetes folgte: „ Wer den Käse und die Oliven opfert, soll ebenfalls auch aussprechen: "Segne diese Milch, die fest wurde und auch wir dadurch in unserer Liebe befestigt wurden. Vergönne, dass die Ölbaumfrucht verliere nie ihre Süßigkeit. Die Frucht ist ein Abbild deines vom Baum entcjuellten Reichtums, um die an dich Hoffende das Leben zu haben." Und er sei bei jedem Segen jedenfalls mitzuteilen: „Glorie dir: Vater und Sohn, mit Heiligem Geist in der heiligen Kirche jetzt und in alle Zeit in Ewigkeit. Amen. " Vgl. Traditio apostolica Nr. 6. 26 Porov.: KACZYNSKI, R.: Feier der Krankensalbung, in Gottesdienst der Kirche, Teil 7,2 Sakramentliche Feiern !/2, Regensburg 1992, s. 261; RAH- MANI, I. E.: Les liturgies orientale et occidentales, Beyrouth 1929, I, 25, S. 49.

Next

/
Thumbnails
Contents