Folia Theologica 16. (2005)

Peter Caban: Die grundlegende liturgiegeschichtliche Entwicklung des Krankensalbungssakramentes bis Vaticanum II.

40 P. CABAN das zweite Gebet ist länger mit der Benennung Gebet über dem Kran­ke nöl.27 Das Römische Ölsegensgebet Emitte um die Jahrhundertwende des 4. und 5. Jahrhunderts, die mit der Epiklese anfängt,28 ist wahr­scheinlich östlicher Herkunft, ln der Fürbitte dieses Gebets wird ein Sinn geprägt, er ist der Gott, der in der Ölung gut tut. Das Gebet wurde auch in den Gregoriussakramentaar erhalten, wo erwähnt wird, dass das Öl in dreierlei Weisen benützt werden kann: zur Ölung, zum Trinken29 und zur Berührung (Sacramentarium Gela­sianum vetus erwähnt sich: „...sint omni unguenti, gustanti, tangenti tutamentum corporis, animae et spiritus.").30 in einér bestimmten mailändischen Handschrift aus dem 11. Jahrhundert befindet sich ein römisches Ölsegnungsgebet, das drei mit der Benennungen Deus humani generis creator mailändisclten Krankenölssegensgebeten enthält.31 Seit dem 13. Jahrhundert gibt es schon Ordo in mailändischer Umgebung für die Sakramentesfeier, das mit den Worten „Domine, sancte, gloriose, aeterne, omnipotens Deus" beginnt und textlich vom alten Gebet Emitte, bzw. aus einer, noch älterer, unbekannten gemeinsamen Quelle ausgeht. Den Wor­ten dieses Gebetes nach diente das Öl nicht nur zur Salbung, son­dern auch für die Kranken zum Trinken. Der Bereich der sog. mai- ländischen Ölsegnungsgebete schließt das dritte sich in Pontificale Ro- mano-Gcrmanicum32 befindende Gebet mit der Benennung Ambrosia- nischc Salbölscgcn der Kranken und der Rasenden,33 das mit den Wor­ten „Domine, qui studio salutis humanae" beginnt. 27 KACZYNSKI, R.: Feier der Krankensaibling, in Gottesdienst der Kirche, Teil 7,2 Sakramentliche Feiern 1/2, Regensburg 1992, S. 262. 28 Sacramentarium Gelasianum vetus (Vaticanum). Bibi, apostolica Vaticana, Vat. reg. lat. 316. 382. 29 In Sacramentarium Gregoriantim Hadrianum ist das Öltrinken nicht mehr er­wähnt. 30 Es liegt hier an der Übersetzung Partizipium Aktiv-Präsent des Wortes un­guenti, was die Verbgleichzeitigkeit u. -aktivität betreffs zur Fabel des Hauptsatzes mit Prädikat salben (Öl) aussagt. Vgl.: Sacramentarium Gelasia­num vetus (Vaticanum), 382. 31 MAGISTRETTI, M.: Pontificale in usum Ecclesiae Mediolanensis necnon or­dines Ambrosiani ex codicibus saec. XI olim in usum canonicae Vallis Trava- liae s. 79. 32 Pontificale Romano- Germanicum 99, 297:2, 80f. 33 ...fugatis insidiis adversariae potestatis...

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