Matskási István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 83. (Budapest 1991)

Bunke, Zs.: Herbarium Lumnitzerianum

beiten. Wie bekannt, KITAIBELS wissenschaftlichen Nachlass schenkte der Palatin als Mäzen dem Museum, dessen Höherentwicklung er mit allen Kräften förderte. SAD­LERS Laufbahn auf der Universität begann noch früher, ab 1815 als Adjunkt, und nach HABERLES Tode Professor der Botanik wurde, bis er verschied. Als er in seinem ersten Werke, Verzeichniss der um Pesth und Ofen wildwachsenden phanerogamischen Pflanzen mit Angabe ihrer Standorte und Blüthezeit im Jahre 1818 berichtet er in Vorwort: "jähr­lich ... mit meinen Schülern und Freunden eine oder mehrere Ausflüge zu unterneh­men gewohnt bin" (1818: V), erinnert uns an LUMNITZERS Exkursionen, von der "stu­dierende Jugend Pressburgs" begleitet. 20 Jahre nach dem Tode LUMNITZERS gelang sein Herbar als Geschenk von Graf LAMBERG ins Ungarische Nationalmuseum. Nicht der Stadt Pressburg hatte es SAD­LER zugedacht; Zentrum der Florenforschung im Karpatenbecken war doch die Hauptstadt Pest, mit zwei Institutionen: Universität und Museum. Wie LUMNITZERS Nachlass zu FRANZ PHILIPP Graf von LAMBERG (1791-1848) gelang, ist zur Zeit unbekannt. Archivforschungen werden wahrscheinlich noch Anga­ben und Zusammenhänge ans Licht bringen. Hier im Museum ist ein Schriftfragment (Koncept?) VON JOSEPH SADLER, aus dem Jahre 1837, in dem auch an Graf von LAM­BERG gewiesen wurde: "... das ungr. Nationalmuseum mit den ... Dr. STEPHAN LUMNIT­ZER in Pressburg hintergelassenen gut geordneten Herbarium vivum ..." bereicherte; der folgende Satz scheint zu bekräftigen die Annahme, dass SADLER ihm persönlich kannte: "Das wohlgetroffene gemalte Portrait dieser durch seine Flora posoniensis be­rühmter vaterländischen Botanikers verdankt dasselbe Institut der Güte des Herrn Apothekers und Wahlbürgers in Pesth Carl von Gömöry." (Das beigegebene Bildniss hier ist aber nicht dieses, was ein völliger Profil mit Aquarelltechnik ist, Reproduktion in GOMBOCZ 1936: 49. Bild, S. 242. Original im Archiv des Museums.) Zwei eigenhändige Briefe von Palatin JOSEPH gingen voraus dem Nachlass. Der erste wurde am 6. September 1826 in Pressburg datiert, (Abb. 15), in dem der Palatin bekannt gab, dass LUMNITZERS Herbarium vivum Graf LAMBERG "e laudabili in Pátri­ám pietate Museo Nationali donavit." Bald folgte die zweite Nachricht am 22. Septem­ber: "navali occasione" wurde der Nachlass transportiert. Neben "herbarium vivum" wurden rote und weisse Antimonit-Mineralien mitgesandt, welche MATHIAS HABER­MEYER dem Museo präsentierte (etwa aus der Familie LUMNITZERS Frau?), weiterhin wurden Bücher mitgesandt. Unter den Verhaltungsmassregeln ist besonders gemahnt, dass der Verschlag, in dem das Herbar und die Mineralien enthalten sind, nicht auf Wagen geladen sollte, sondern Frachter sollen es ohne umstürzen ins Museum liefern. Damals war es noch ein zeitgenössisches Herbar und dennoch wurde es als histo­rischer Wert betrachtet! Der mit dem Herbar angelangter Katalog war das mit Quart 266. bezeichnete Heft. Ort und Zeit der Zusammenstellung ist nicht angegeben. Wer die mühsame Arbeit verrichtete, der war schon fern von den originalen Gedanken; die zwei Serien: Flora Posoniensis und Herbarium universale, die mit eigenen laufenden Nummern versehen waren, sind in diesem Katalog zu einer dritten Zahlenreihe verei­nigt. Der Katalog entstand wahrscheinlich kurz nach dem Tode des Sammlers. Grund der Zusammenstellung war LINNAEUS: Species plantarum Editio quinta, curante C. L. WILLDENOW, Berolini; Band I-IV. erschien zwischen 1797-1805, V-VI. zwischen 1810-1825. Die mit Bleistift rubrizierte Seiten sind sorgfältig, sogar mühsam ausge­füllt. LiNNÉ's Werk wurde mit "Theil" und "Seite" zitiert (Th, S.), dann folgt unter Nr. die fliessende Numerierung dieser Zusammenstellung; es wurde Anzahl der Exempla-

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