Matskási István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 83. (Budapest 1991)
Bunke, Zs.: Herbarium Lumnitzerianum
re notiert (einzeln von 1 bis 8, darüber wird "plurimus" eingetragen). Nummer des Faszikels und "Littera cellae"-Spalten wurden nach der originalen Ordnung der Sammlung angedeutet: Von A bis P waren die Schachtel (cellae) markiert, und es gab mehr als 200 Faszikel. Ein Beispiel: "Th. 8. S. 463. Nr. 2007. Kitaibelia vitifolia Exempl. 4 Fase. 140. Litt.K" Neben den wissenschaftlichen Pflanzenammen wurden deutsche Trivialnamen mit winziger gotischer Schrift eingetragen, auch bei Gartenpflanzen. Die Kataloge Fol. 85. und Quart 266. sind nach völlig entgegensetzten Richtlinien zusammengestellt. Doch beide Katalogschreiber veränderten hie und da - im einzelnen - LUMNITZERS Bestimmung. Im Museum wurde der Nachlass - wie auch Palatin JOSEPHS Anweisung lautet: "inter Accesiones Musei débite referantur." Damals wurden im Naturalienkabinett die Sammlungen gesondert aufbewahrt, und es wurde dazu ein eigener Katalog geschrieben. Fol. 188. Catalogus Acquisitionis finden wir im Archiv: es wurde - den Zielen des Museums gemäss - die Sammlung wieder in zwei Teilen getrennt: Posoniensis - Universalis. Die Arbeit wurde in LINNÉ'S System, mit sorgfältiger Schrift verfertigt. An mehreren Stellen wurde das Wort "fehlt" eingetragen. Beide Listen wurden später auf Folio-Bögen neuerdings abgeschrieben, etwa aus formalen Gründen. Im Fol. 192. Bündel, im SADLERS grossem Herbar-Katalog findet man noch eine Enumeration, die mit dem Titel "Lichenes Herbarii AI Lumnitzeriani Posonii collecti" 33 Flechtennamen enthält. Es ist auffallend, weil das Quart 266. Nachlass-Katalog nur 2 Lichenes enthält. Dieser Satz von Flechten kam wahrscheinlich - früher oder später - aber gesondert ins Naturalienkabinett. Das "gut geordnete Herbar" wurde aber allmählich mit unlösbaren Problemen belastet. Eine museologische Bearbeitung geschah weder in SADLERS Zeit, noch nachher. Es wurde die Wahrscheinlichkeit immer geringer, dass man versuchen würde in die einander überdeckenden Zahlreihen, verwickelten Relationen, anonymen Zettel, fremden Schriften zurechtzukommen. Man dachte schon um 1830 an ein gemeinsames, nach Arten geordnetes Herbar und es wurde demgemäss eine Signatur-Arbeit angefangen, und zwar bei den Leguminosae. Dies war im System von ENDLICHER die letzte Familie, und jemand begann die Arbeit der roten Zeichen hier. Doch nur 'Herbarium universale' wurde dieser Weise markiert: "Hb. L.u." (Abb. 13). Die kaum angefangene Arbeit blieb Fragment. Inzwischen wurde SADLERS grosses Herbar und einige kleinere Sammlungen durch GYULA KOVÁTS ("Julius von Kováts") mit sorgfältiger roter Signatur versehen. Herbarium Lumnitzerianum wurde aber nicht berührt. Verbale Überlieferung verschwand allmählich. Unter VIKTOR JANKA - ab 1870 Vorsteher der Botanischen Abteilung des Nationalmuseums, - wurden ausser "Kitaibels klassisches Herbar" alle andere Sammlungen "in ein grosses gemeinsames Herbar eingereiht" (JANKA 1880: 14). Als er seinem Amt angetreten ist, fand er noch LUMNITZERS Kollektion mit "2652 Nummern". Doch als der grosse Herbar-Katalog, welches JANKAS Diurnist-Schreiber verfertigte, geschaffen wurde, erkannte man schon LUMNITZERS Pflanzen nicht mehr. Die Belege wurden anonym eingereiht. Der grosse Katalog wurde übrigens nie fertig; die Arbeit hatte man nach der 169. Gattung (Crocus) abgebrochen. Mehr als 100 Jahre lang war Herbarium Lumnitzerianum nur latent gegenwärtig im Museum; und die Belege ohne Angaben bedeuteten keinen Wert. Es half nicht, dass in der Zeit von NÁNDOR FILARSZKY die "Collector-Nummern" eingeführt wurden; ein gestempeltes Zahlzeichen oben rechts auf den Herbarbögen. Von 1 bis 652 bildete man