Matskási István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 83. (Budapest 1991)

Bunke, Zs.: Herbarium Lumnitzerianum

1925: 132,) und als Carex spicata HUDS. ssp. lumnitzeri (ROUY) Soó (PRISZTER 1985: 220). Auffallend ist in der Flora Posoniensis die Art 674. Crambe Tataria um die lebhaft geschilderten Historie der Pflanze. Um so mehr, da "Nostra ciuis non est: adlata vero ex Comitatu Hevessiensi in horto laetissime viget." Selbstverständlich wird auf die Dis­sertation von ALEX. SEBEŐK de Sz. MIKLÓS berufen. Es geschieht aber mehr: ab CLU­SIUS, BOERHAAVE und LINNEAUS wird die Geschichte der Entdeckung präsentiert; JACQUIN und LUMNITZER, Clarissimus BENKŐ aus Transylvanien, ehemalige Ärzte von Erlau (Eger, Agria) und Pressburg in Diskussion einbezogen; Volksbräuche und Volksnamen sind nicht nur aus dem Karpatenbecken zitiert (vgl. auch Crambe Tataria in JACQ. 1781 Miscellanea austriaca ad botanicam etc. II: 274, wo selbst JACQUIN von seiner Schreibweise abgelenkt wurde). Die Flora Posoniensis enthält bei jeden Heilpflanzen die Anmerkung "Officin." Auch der betreffende Teil der Pflanze ist angegeben, z. B.: Hypericum perforatum: "Her­ba, Flores Hyperici", Taraxacum officinale: "Radix Taraxaci", Iuniperus communis: "Lig­num, Baccae lumpen". Ethnobotanische Anmerkung findet man nur an einer Stelle, bei Stachys recta: "Nostris vetulis pro abluendis incantationibus huedum Celebris." (p. 249). In der Präfation verkündet der Autor: "Adnexui his simul nomina plantarum Hun­garica, Germanica et Slavica, quantum quidem hic loci vsitata sunt, mihique innotue­runt." (p. VII). Die Reihenfolge im Werke wurde schliesslich deutsch, ungarisch und slowakisch (Deutsche Wörter sind kursiv ausgehoben, ungarische und slowakische mit dem sonstigem Typus gedruckt). LUMNITZERS Tätigkeit in Hinsicht auf ungarische Pflanzenamen kann folgenderweise zusammengefasst werden: neben 390 Pflanzenar­ten (von 1294 Taxa) sind solche angegeben. Es sind insgesamt 684 ungarische Benen­nungen; bei 15 Arten sind nur die ungarischen angegeben. Im allgemeinen können wir auch auf die damaligen Pflanzenkenntnisse des Landvolkes Folgerungen ziehen: z. B. unter den 16 Veronica-Arten haben nur drei Volksnamen (in alle drei Sprachen). Es sollen hier einige besonders anmutige ungarische Benennungen angeführt werden: Anemone Hepatica: Mogyoró-álya-fű (Edelleberkraut), Bellis perennis: Kitsin Nadály virág (Ruckerl. Gänseblumen), bei Mentha crispa fehlt der ungarische Volksname, da­gegen hat die Krausemünze zwei slowakische Bennungen: Kruta Meta, Kuczerawy Bal­zam. Ähnlich ist bei Agaricus piperatus "german. Pfefferling, Slauis Mliets audit." Bei Agaricus campestris (deutsch Kukenmuken) wird auch der Stadtbewohner befragt: Champignon heisst es bei ihnen; ungarisch: Tseperke gomba. Flora Posoniensis ist als Buch, typographisches Werk durchgedacht, in optischer und ästhetischer Hinsicht von hoher Qualität. Gut lesbar, alle Informationen sind leicht zum überblicken. Obwohl es in Leipzig, auf deutschem Sprachgebiet herausge­geben wurde, wird die gotische Schrift vermeidet. In dem Naturhistorischem Museum in Budapest sind in der Bibliothek 3 Exempla­re, von denen das eine JOSEPH SADLER, ein anderes JOANNES HEUFFEL benützte (dies kam durch den HAYNALD'schen Nachlass mit Herbarium Heuffelianum ins Museum, mit vielen wertvollen Notizen von HEUFFEL. Ein drittes Exemplar war einst im Besitz von UECHTRITZ. In der Nationalbibliothek (OSZK) ist ein Prachtexemplar: in Leder gebunden, mit Goldschnitt und Golddruck. In der Landwirtschaftlichen Bibliothek (OMGK) ist ein vielbenütztes Exemplar mit zeitgenössichen Eintragungen: "Nouae ad

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