Matskási István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 83. (Budapest 1991)

Bunke, Zs.: Herbarium Lumnitzerianum

Waag" das höchstwahrscheinlich Vágújhely im Komitat Nyitra (Nové Mes to nad Vá­hom) ist, "Straschow Hungar." bedeutet ebenfalls in Nitrien die Gemeinde Strázsa. Diese Angaben deuten auf ANTON RocHEL (1770-1847), der als junger Chirurg in den Jahren 1800-1805 in Veszele im Wagthal arbeitete und botanisierte, unweit von den erwähnten Ortschaften. Die Linienführung der Schrift entspricht ROCHELS Schriftproben im Museum, obwohl diese im allgemeinen aus späteren Zeitabschnitten stammen, von seinen Banat-Reisen 1815 und 1835. Es fielen auf 18 Arten Bäume und Sträucher; mit einer zarten Schrift aus "Hort. Harbecc." Es deutete auf einem Arboretum; und tatsächlich stellte es sich aus, diese Exemplare stammen aus dem Arboretum Harbke in der Nähe von Helmstedt, welches auf nordamerikanische Bäume und Sträucher spezialisiert war, die Handschrift ist mit Wahrscheinlichkeit von JOHANN PHILIPP Du Roi (1741-1785), Arzt in Braunschweig (HEDGE 1967: 83, Plate 2). Die Lebensdaten Du Rois geben auch zeitliche Abgren­zungsmöglichkeit, eine Tauschverbindung ist demnach zwischen den Jahren 1765-1785 wahrscheinlich. Es sind noch drei unbekannte Handschriften, ungefähr 10-10 Arten, die noch auf Identifizierung warten und charakteristische Eigenschaften tragen; alle drei Serien ent­halten Gartenpflanzen. LUMNITZER selbst kannte die Gärten in und um Pressburg gut. Mit der Abkürzungen "H. H.", "H. Harr." sind mehr als 20 Arten in seinem Herbar, z. B. Geum canadense, Genista canariensis? Diese sind nach einer einzigen vollständigen Inschrift aus "horto Harrach in Bruck an der Lejtha", von dem HABERLE schrieb: "Hortus Celeber Comitis Harrach, in cujus illustrissimi Comitis honorem genus vege­tabile Harrachia speciosa a L. B. Nie. a Jacquin dictum est" (1830: 52-53). Ferner sind einige Arten "ad hortum de Pauli", "ex H. Braunek" und "ex H. Primat." (Erzbischof­Garten) dabei. Es sollen noch Ortsangaben erwähnt werden, die weder mit LUMNITZERS Heimat, noch mit der Stadt Pressburg und deren Umgebung im Zusammenhang sind: "ex sylva Bakony 1790" mit 1, "Keszthely" mit 3, "v(on) Breitensee 1796" 1 Beleg - alle auto­graph - von denen der letztgenannter Ort vielleicht Plattensee = Balaton ist. Was die Pflanzenarten des Flora Posoniensis anbelagt, die Herbaretiketten tragen nur Artnamen und eine Nummer, die der laufenden Numerierung der Species im Wer­ke entsprechen. Alle Informationen (Standort, Blütezeit, die Charakterisierung der le­bendigen Pflanze) sind im Buche zu finden. Dem Botaniker, dem Sammler war es selbstverständlich, dass 'herbarium vivum' und 'herbarium scriptum' beisammen aufbe­wahrt waren, auch beisammen bleiben werden! Ergreifend schreibt Professor HABER­LE, als er mit zwei Gefährten KITAIBELS wissenschaftlichen Nachlass überprüfte und katalogisierte: "... herbarium adeoque Manuscriptis et manuscripta herbario dilucidan­do, augendo, modificandoque inserviunt, ita ut ab se invicem divelli nequeant aut loco, aut usu." (in JÁVORKA 1957: 94); natürlich wurden aber Gegenstände eines naturhisto­rischem Museums und Bücher - die der Bibliothek gehören -, Manuskripte, Korres­pondenz - die dem Archiv gehören - von den Pflanzen getrennt. So ist das Herbar oh­ne Angaben da, man könnte sagen: wertlos. Nur ausnahmsweise findet man einige In­formationen, wie "Thymus Serpyllum. Var. 1. Fl. Pos. 593" (Abb. 12). "Veronica Scutellata. Jacquinii et Flor. Posoniensis. 14." Sehr selten sind Hinweise auf Standör­ter, wie "ex sylv. Poson.", "infra Pazenhäusl" (= Batzenhäusel, Sárházak, Ausflugsort unweit der Stadt, SZEKCSŐ 1865:107).

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