Matskási István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 83. (Budapest 1991)
Bunke, Zs.: Herbarium Lumnitzerianum
Das Pflanzenmaterial ist grösstenteils sorgfältig gepresst, und im allgemeinen gut erhalten. Doch bei vielen Arten scheint es zu wenig zu sein; wahrscheinlich ist davon mehr oder wenig verschollen im späteren Gebrauch. Es gehört zwar nicht zum Herbarwesen und Floristik, soll aber in einigen Beispielen gezeigt werden, welche Informationen des Zeitalters auf den Kehrseiten der Papierflächen der Herbaretiketten - zufällig - aufbewahrt wurden. Es wurden Briefe, Aufzeichnungen, Krankenberichte, amtliche Meldungen usw. zerschnitten um neu zu benützen im Herbar. Z. B. "... so bitte inständigst..." (Lathyrus Hort. Harr. Junio)", "... Lamberg schiket no... ich bitte somit..." (Achillea ochroleuca Hung.), "... pulsus celer et pa..." (Carex ericetorum) "... Hauptman ... schon mit ... angekomm..." (Amaranthus hypochondriacus), "Chrysocoma villosa, Turritispatula, Peucedanum Sibir." (alle drei Arten in W. et K. 1. 1801; auf der Etikette " Salsola hyssopifolia. Hungaricae"). "DAS BESTE AUS DIESER ZEIT': FLORA POSONIENSIS (LIPSIAE 1791) Zwei Jahrhunderte nach der Erscheinung des Werkes scheint es noch immer als eine sorgfältig vorbereitete und mit sicherer Hand zusammengestellte Arbeit. Die Präfation (III—VIII.) enthält wichtige und interessante Informationen über LUMNITZERS Denken und Zielsetzungen. Nur einiges davon: "Quod ad territórium vrbis Posoniensis adtinet, nullum mihi in hoc labore praeiuisse noui, praeterquam CAROLVM CLVSIVM, qui saeculo XVI. has partes peragrauit." Obwohl hier gewisse botanische Traditionen der Stadt (vgl. GOMBOCZ 1936: 134-179) ausser Acht gelassen werden, um nur in den Fusstapfen von CLUSIUS ZU gehen und nicht wenige Arten wiederzufinden das Wichtige ist. LUMNITZERS Methoden werden kurz angedeutet: "Scripsi sermone latino, quod haec lingua BOTANICAE non modo aptissima, sed etiam in patria mea quasi vernacula sit.", "Systema, quod elegi, est LINNAEANVM", "Synonyma pauca adieci, et nonnisi illa, quae instructiua sunt. Locum natalem et vna tempus florendi fideliter indicaui." Bei jeder Art werden die zur Bestimmung benützten Werke aufgezählt. 45 Werke sind es; als Grundlegendes benützte er LINNEAUS Systema vegetabilium Ed. XIV. (Edita a MURRAY, Goettingae 1784); seine Bibliothek enthielt Werke vom 16. Jahrhundert bis die neuesten Werke seiner Zeitgenossen. Wegen den letzteren musste er noch Einiges unmittelbar vor der Erscheinung modifizieren. Die Sammelorte um und in der Stadt sind in deutscher Sprache angegeben. Die erstere Stellen waren nur für die Inwohner bekannt, z. B. bei dem alten Thor am Weg nach Blumenau, Calvarienberg, Ziegelöfen, Kastaniengarten über dem tiefen Weg, bei der Salpetersiederei, im Rutschegraben, im Bildhauerischen Garten. Es wurden mehrere Mühlen angegeben, die einst in der Landschaft von weitem gut sichtbar waren, z. B. Bucklische Mühle, Schwarzörlische Mühle, Apponyische Mühle, über den Schilfmühlen usw. Einige kleine Gemeinden lagen unmittelbar bei Pressburg, wie Engerau (Ligetfalu, Petrzalka), unweit von der Stadt erhebt sich der Gemsenberg (Zergehegy, Kamzik, 440 m), etwas weiter um der Stadt Blumenau (Lamacs), Theben (Dévény, Devin), in der Nähe Kobel supra Theben (Dévényi Nagytető, Devínska Kobyla, 514 m), in Österreich mons Hainburgensis (346 m), Kittsee (Köpcsény). Es wurden mehrere Orte in der unteren Hälfte der Kleinen Karpaten besucht, wie Ratschdorf (Reese, Rata), Kupferhammer (Rézhámor, Medené Hámre). Die weitesten Örter sind Stampfen