Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 57. (Budapest 1965)

Kretzoi, M.: Die Hipparion-Fauna von Györszentmárton in NW-Ungarn

Infolgedessen müssen wir uns — an Mangel einer Bestimmungsmöglichkeit — mit der allgemeinen Bemerkung zurechtfinden, dass an der Fundstelle ein mittelgros­ser Tragocerine vorkam, der an Mangel von Hornzapfenresten nicht näher zu bestim­men war. Um einer späteren Revision Anhaltspunkte zu liefern, geben wir im folgen­den einige Massangaben ; D 3 (Länge): 13,7 mm, D 4 (Länge): 19,6; 19,0 mm, Mi (Länge): 16,0; 16,5; 16,5; 16,6: 16,7 mm, M 2 (Länge): 18,1; 18,0; 18,5; 18,1; 18,1; 18,7 mm, M 3 (Länge): 23,5 mm, D 3 (Länge-Breite): 16,1-11,2 mm, D* (Länge-Breite): 15,8-13,5 mm. Morphologisch lässt sich der Tragocerine von Győrszentmárton durch relativ brachyodonte Backenzähne, einfachen P 4 , kräftige Basalpfeiler an den M und grubige Metatalonid-Form am M 3 kennzeichnen. Zur Ökologie der Fauna Es wäre grundsätzlich verfehlt, die Fauna als ganzes zusammen analysieren zu wollen ; die Reste stammen aus verschiedenen Lagen der Schichtenfolge, was zwischen den drei verschiedenen Lagen und ihre Fossilinhalt einen Zeitunterschied von geolo­gischem Mass vermuten lässt — oder wenigstens einen Zeitunterschied, der grundver­schiedene ökologische Verhältnisse zustande kommen lassen durfte. So dürfen die drei verschiedenen Sammelstellen nur streng getrennt einer ökologischen Analyse unterzo­gen werden. Die erste Fundstelle, die den Gerviden und Rhinocerotiden lieferte, kann — wie auch aus der Fundschicht, der Sumpfschicht hervorgeht — als ein Tümpel, wohl eine Tränke angesehen werden. Schwerer ist die zweite Fundstelle zu beurteilen, nachdem sie möglicherweise keine einheitliche Fundstelle war, sondern die Funde mehrerer Fundstellen vereinigte. Sicher ist aber, dass hier Reste von Wassertieren eines von Baumbestand umgrenzten Wasserstandes, vielleicht sogar eines Galeriewaldes am Ufer eines Wasserlaufes vor­kamen (Chalieomys), neben denen Tiere eines Standortes mit dichterem Baum­bestand, bzw\ Buschlandschaft (Eomellivora, Rhinocerotide, Tragocerine) und solche des offenen Grasslandes (Gazellen) vorzufinden waren. Könnte also angenommen werden, dass dieser Fund einheitlich ist, so muss hier mit einem waldumgrenzten Wasserstandort — Galerie — oder Etesienwald um die Tränke — gerechnet werden, wo natürlich Tiere des Wasser-, Wassernahen und Grasslandbiotopes zusammentreffen. Die zwei Tiere der dritten Fundstelle — Deinotherium und Hipparion — können natürlich wieder das Zusammentreffen von Feucht- und Trockenstandort-Bewohnern an der Tränke beweisen, falls aus einem so dürftigen Fund überhaupt auf Standort­verhältnisse gefolgert werden darf. Das geologische Alter der Fauna Hipparion-Faunen sind im allgemeinen als solche gut erkennbar und somit auch geologisch mit dem alten Deutlichkeitsgrad leicht einzustufen: sie werden in Europa einfach ins Unterpliozän eingeteilt. In Osteuropa wird die Fauna höchstens — falls Mollusken-Arten mitgefunden wurden — ins detailliertere malakologische Stratigra-

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