Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 57. (Budapest 1965)
Kretzoi, M.: Die Hipparion-Fauna von Györszentmárton in NW-Ungarn
Procapra HODGSON 1846 — Typus: P. picticauda HODGSON 1846, Prodorcas POCOCK 1918 — Typus: Antilope gutturosa PALLAS 1777, Trachelocele ELLERMAN & MORRISON 1951 — Typus : Antilope subgutturosa GUELDENSTAEDT 1780, Gazella PALLAS 1769 — Typus: Capra dorcas LINNÉ 1758, Hanger LATASTE 1885 — Typus: Antilope (Dama) mohorr BENNETT 1833. Von diesen 5 Gruppen beschränken sich die ersten drei auf Gentraiasien, während die zwei letzten die subtropischen Steppen-Halbwüsten-Gegenden an der Grenze der Palaearktischen, Orientalischen und Äthiopischen Regionen bevölkern. Ihre Unterscheidung geschiet zumeist auf Grund solcher Merkmale, die - wie Vorhandensein oder Fehlen von Facialdrüsen, „Kropf", Kniedrüsen, bzw. Farbenmuster — nur an lebenden Tieren wahrgenommen werden können. Doch gibt es einige Unterschiede, die auch am fossilen Material untersucht werden können. Als wichtigstes von diesen Unterscheidungsmerkmalen ist das Vorhandensein bzw. Stärke oder Fehlen von Hörnern am weiblichen Geschlecht zu bewerten: bei Procapra, Prodorcas und Trachelocele sind die Weibchen hornlos, während sie bei Gazella und Hanger verschieden starke, doch von denjenigen der Männchen so in Stärke wie in Verzierung und Ablauf entschieden abweichende Hörner, tragen. Wollen wir diese Unterschiede auch beim fossilen Material verfolgen, so können wir vor allem folgendes feststellen : 1. Seit SCHLOSSER, (SCHLOSSER, 1904) ist uns bekannt, dass aus unseren Hippario/i-Faunen hornlose Antilopen-Schädel mit typischer Gazellen-Bezahnung vielfach zum Vorschein kommen. 2. Dagegen ist uns aus keiner einzigen Fundstelle dieser Hipparion-Fàunen zu Gazellen stellbares Material bekannt geworden, an dem in der Form und Grösse der Hornzapfen auf etwaige Geschlechtsunterschiede zurückführbare Abweichungen gefunden worden wären. Aus diesen Tatsachen geht es nun zwingend hervor, dass die Gazellen unserer europäisch-asiatischen Hipparion-Faunen durch hornlose Weibchen charakterisiert waren, demzufolge weder zu Gazella s. str. noch zu N anger gestellt werden können. Welcher der im weiblichen Geschlecht hornlosen Gruppen, also Procapra, Prodorcas oder Trachelocele sie aber gestellt werden dürfen, das ist eine weitere Frage. Die Zahl der bereits bekannten fossilen Arten beläuft sich auf etwa 50. Sehen wir von nordafrikanischen und geologisch sicher jüngeren Faunen zugehörigen Formen ab, so bleiben noch immer folgende Namen übrig, mit denen wir — als nomenklatorisch oder morphologisch zu berücksichtigenden — rechnen müssen; Antilope deperdita GERVAIS 1847 — Mt. Luberon, Antilope capricornis WAGNER — 1848 Pikermi, Antilope brevicornis ROTH & WAGNER 1854 — Unberechtigte Neubenennung für A. capricornis WAGNER 1848, Gazella capricornis RODLER & WEITHOFER 1890 — Maragha, Protetraceros gaudryi SCHLOSSER 1903 — „Rötliche Sande von Honan, Hunan, Hupeh und . . . Tientsin", Gazella deperdita var. caprina PAVLOV 1913 — Taraklia, Gazella dorcadoides SCHLOSSER 1903 — „Rothen Thone von Schansi und Sz' tschwan", Gazella altidens SCHLOSSER 1903 — „wohl Schansi und Sz'tschwan", Gazella palaeosinensis SCHLOSSER 1903 — „Hunan, Tientsin", Gazella gaudryi SCHLOSSER 1904 — Samos, Gazella schlosseri PAVLOV 1913 — Grebeniki, Gazella schlosseri ANDRÉE 1926 — Samos, Gazella longicornis ANDRÉE 1926 - Samos, Gazella baltavarensis BENDA 1927 - Baltavár, Gazella andreei KADIC & KRETZOI 1927 — nom. nov. für. G. schlosseri ANDRÉE 1926 nec PAVLOV 1913, Gazella mitylinii PILGRIM & HOPWOOD 1928 — nom. nov. pro G. schlosseri ANDRÉE 1926 (nec PAVLOV 1913) = G. andreei KADIC & KRETZOI 1927, Gazellapaotehensis TEILHARD DE CHARDIN & YOUNG 1931 — Paote, Shansi,