Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 57. (Budapest 1965)
Kretzoi, M.: Die Hipparion-Fauna von Györszentmárton in NW-Ungarn
und zwingende Trennung auf Arten erfordern könnte. Ungefähr dasselbe wie mit den absoluten Abmessungen, bekommen wir mit Hilfe der Verhältniszahlen: von diesen haben wir drei berechnet ; Länge-Breite-Verhältnis von P 3 , bzw. P 4 und das Verhältnis zwischen der Länge von P 3 und P 4 . Das Ergebnis war ebenfalls nicht ausreichend, was aus folgenden erhellt; Länge-Breite-Index ist bei P 3 ziemlich verschieden; breite Krone ist bei der Csákvár-Form und beim Ex. 2. aus China anzutreffen, während das Győrszentmártoner Tier einen relativ schmalen P 3 besass. Die übrigen liegen in der Mitte, mehr dem letzteren sich nähernd. Länge-Breite-Index von P 4 ist auch nicht viel besser zu brauchen ; am wenigsten vergrösserten Deuterocon-Höcker finden wir beim Perunium-Tyvus, bei der Csákvárer Form und beim Chinesischen Ex. 1., während unser Belegstück, ZDANSKY'S EX. 2., bzw. der Hadrictis-Typus wohlentwickelten Innenhöcker aufweist. Was endlich das Verhältnis P 3 : P 4 betrifft, tritt das Győrszentmártoner Exemplar mit relativ langem P 3 hervor, während sich die übrigen durch ziemlich gleiche Reduktionsstufe dieses Prämolaren auszeichnen. Alles in allem : die einzelnen Merkmale lassen sich nicht logisch paaren : sie kreuzen sich durcheinander. Was uns trotz dieser Erfahrungen bewog, unser Belegstück als Vertreter einer besonderen taxonomischen Einheit hervorzuheben, war die mit den übrigen Eome/Ziyom-Vertretern verglichen auffallende H öhe des P 3 — und einigermassen auch des P 4 . Nehmen wir noch dazu die Länge des überdies noch schlanken P 3 , so haben wir den Vertreter einer von den übrigen sich in jeder Hinsicht abhebenden Entwicklungslinie in der Evolution dieser Musteliden-Gruppe vor uns, der es verdient, besonders gehalten und auch in der Taxonomie fixiert zu werden. Eine Klärung der taxonomischen Verhältnisse zwischen den übrigen, unserer Form gegenüber vor allem duch evoluierteren, weit weniger hochkronigen P 3 geführten Formen ist dabei auch weiterhin eine offene Frage der ohnedies schwierigen Musteliden-Systematik. Deinotherium proavum (EICHWALD 1833) 1833. Dinotherium proavum EICHWALD: N. Acta Ac. Caes. Leop. 1833, p. 487. 1894. Dinotherium gigantissimum STEFANESCU : An. Muz. de Geol. si Pal. 3, p. 1. Zähne und Skeletknochcn liegen von Győrszentmárton von einem stattlichen Dinotherien (KRETZOI, 1952) vor, allerdings der besterhaltene und reichste diesbezügliche Fund Ungarns. Diese beabsichtigt D. JÁNOSSY in einer besonderen Abhandlung zu bearbeiten, weshalb diese Form hier bloss vollständigkeitshalber erwähnt wird. Hipparion sp. indet. Untersuchungsmaterial: ein M 1 sin. und Phal. I. manus. Dimensionen: Länge der Kaufläche des M 1 : 21,95 mm, Breite: 21,85 mm — bei einer Säulenhöhe von 38,1 mm. Phal. I.: Länge 67,7 mm, Breite proximal 44,6 mm, distal (an der Trochlea) 35,7 mm. Bemerkungen: Die Bestimmung von Hipparion-Zähnen bereitete keine besondere Schwierigkeiten, bis es allgemein angenommen wurde, dass in Europa — ausser dem Südrand, wo auch mediterraneum und „maíí/iecüt" vorkommen konnte — allein mit Hipparion primigenium (v. MEYER 1829 ( = gracile) KAUP) gerechnet werden muss. Seitdem aber die Zahl der als mehr-weniger annehmbar geltenden Arten dieser Gattung in Europa-Vorderasien an die 50 grenzt, können Einzelfunde von Hipparionen bloss als auf die Gattung bestimmbar angeführt werden.. Alles, was wir dabei wagen können, ist die Feststellung, dass in unserem Fall