Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 55. (Budapest 1963)
Tokody, L.: Mineralien des Kopaszhegy bei Tállya im Tokajer Gebirge
.MINERALIEN" DES KOPASZHEGY BEI TA LLYA 17 Erscheinung und Entwicklung des im Hyalit vorkommenden Siderits sind von dem zuvor erwähnten, verschieden. Seine Begleitminerale sind Sphärosiderit, Kalzit und Hyalit. Auf dem Sphärosiderit ist Hyalit und Quarzin, auf diesen wieder Kalzit gelagert. Die Sideritkristalle haben mikroskopische Grösse. Der Siderit im Hyalit ist perlschnurartig aber nicht kugelig. Im Hyalit können haardünne, manchmal sich verzweigende Kanäle beobachtet werden, an deren Wänden die abgerundeten Sideritkristalle einzeln sitzen. Ihre Grösse beträgt im allgemeinen 40//.. Die Kristalle sind farblos, oder hellgelb, und zeigen starke Licht- und Doppelbrechung und ein Achsenbild mit negativem Charakter. Auf dem Gestein und in dessen Hohlräumen kann Sphärosiderit beobachtet werden. Nach dem Sphärosiderit hat sich der Hyalit in der Form von Kugeln und perlartigen Gebilden ausgebildet. Auf der Oberfläche des Hyalits sitzt Quarzin. Alle drei Mineralien sind von grobkörnigen Kalzit bedeckt. Der den Sphärosiderit bekleinende weisse Kalzit ist kristallin-grobkörnig. Die Körnchen erreichen Grössen von 5 mm. Auch der körnige Kalzit ist kugelartig ausgebildet. Auf der Kugeloberfläche haben sich kleine, etwa 0,5 mm messende, gleichfalls weisse Kalzitkristalle ausgebildet. Ihre einzige Kristallform ist die - ~ R (0112). Gips In der Sohle 85 des Steinbruches kommt Gips vor und zwar in zwei verschiedenen Arten. Entweder in den Spalten dunkelgrauschwarzen Opals, oder auf der die Risse des Andezits überdeckenden Verwitterungskruste. Auf dem Opal treten die Gipskristalle gruppenweise, manchmal einzeln in Erscheinung. Die Gruppen werden entweder von nur 2—3 Kristallen oder in einer Schneeflockenartigen bzw. in an einen Tannenzweig errinnernden Anordnung von mehreren Kristallen gebildet. Auf der Verwitterungskruste des Andezit sind eher Einzelkristalle vorfindbar, wobei jedoch auch rosettenartige Gruppen vorkommen. Die Länge der papierdünnen Kristalle beträgt 2 bis 3 mm, ihre Breite 0,5 bis 1 mm. Die Kristallformen von Gips sind folgende: b(010), m(110), 1(111), n(lll). Vorherrschend ist die Form b(010). Die übrigen Formen sind im allgemeinen haardünne Streifen. Die Mehrzahl der Kombinationen wird von den Formen b(010), m(110) und 1(111) gebildet, während die Form n(lll) selten erscheint. Zwillingskristalle können nach (100) beobachtet werden. Die Kristalle sind farblos, die mit einander verwachsenen Gruppen weiss und stets vollkommen durchsichtig. Die Fläche b(010) weist einem hellen Perlmutterglanz auf. Die Brechzahlen sind annähernd gleich dem des Kanadabalsams. X:c = 37°30', Z : c = 52°. Der Gips ist auf Einwirkung des aus der Zersetzung des Pyrits und Markazits stammenden H 2S0 4 sekundär aus dem Kalzit entstanden. Tonmineral — Montmorillonit (?) Auf der Oberfläche des gemeinen Opals kann ein weisses erdiges Mineral wahrgenommen werden. Das aus mehreren Gesichtspunkten untersuchte Mineral ist nicht genau bestimmt worden. Es steht dem Montmorillonit nahe. Der Montmorillonit von Tállya scheint mit unbewaffnetem Auge ein amorfes Material zu sein. Seine äussere Erscheinung erweckt den Eindruck von Gel. Das eingetrocknete Gel ist mikrokristallinisch umgewandelt, der Umbildungsvorgang jedoch noch nicht abgeschlossen. 2 Természettudományi Múzeum Évkönyve