Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)

Báldi, T., Kecskeméti, T. , M. Nyírő, R. ; Drooger, C. W.: Neue Angaben zur Grenzziehung zwischen Chatt und Aquitan in der Umgebung von Eger (Nordungarn)

Wenn wir nun annehmen, class die bis jetzt ausser Acht gelassenen Schich­ten der Paratethys von unsicherem Alter (Eger, Kovácov, Schio-Schichten usw.) ebenfalls in die aquitanische Stufe einzureihen sind, dann ergibt sich über die Fauna von Novaj folgendes Bild : Oligozäne Formen 7% ; Persistente Formen 48% ; Miozäne Formen 38,4% ; Endemische Formen 7%. Vom paläogeographischen Gesichtspunkte aus erhält man folgende Werte : in der borealen Provinz lebte 48% der Arten (14), in der atlantischen Provinz lebte 41% der Arten (12), in der westmediterranen Provinz lebte 52% der Arten Es kann also festgestellt werden, wie darauf im Zusammenhange mit der Fauna von Eger bereits Telegdi — Roth hingewiesen hat, dass auch die Fauna von Novaj durch eine Mischung von borealen und mediterranen Arten mit einer mediterranen Dominanz charakterisiert wird. Sowohl mit der borealen als auch mit der westmediterranen Provinz muss eine unmittelbare paläogeogra­phische Verbindung angenommen werden (vergl. Sorgenfrei 1940, Senes 1958). Von den in der borealen Provinz repräsentierten Arten fehlen 8 im Atlan­tlkum, von den im atlantikum vorkommenden Arten fehlen dagegen nur 3 in der Tethys. Daraus folgt, dass die atlantische Provinz über die westmediterrane Provinz mit der Paratethys in Verbindung stand. Ein Vergleich der paläogeographischen Verbindungen der tortonischen Fauna von Szokolya und der Fauna von Novaj liefert ebenfalls interessante Angaben. Von den in Szokolya bekannten Arten sind 41% in der borealen Provinz ; 46% in der atlantischen Provinz und 65% in der westmediterranen Provinz vorhanden. Im Torton ist der boréale Einfluss bereits stark zu Gunsten des Einflusses der westmediterranen Provinz zurückgegangen. Die unmittelbare Verbindung mit der borealen Provinz im weiteren Laufe des Miozäns erfolgte vielleicht schon zur Zeit der burdigalischen Stufe. Zusammenfassend kann also festgestellt werden, dass die Molluskenfauna des Tones von Novaj auf die Grenze zwischen Oligozän-Miozän hinweist, da, ob­wohl in ihr noch zahlreiche oligozäne Faunaelemente vorhanden sind, in ihr schon in einer grossen Menge neue, miozäne Formen erscheinen. Paläogeographisch nimmt sie eine Übergangslage zwischen der mediterranen und der borealen Provinz ein. tfll. Erdgeschichtliche Auswertung der paläoökologischen Angaben Der rupelische Tonmergel, der in der Fazies des Kisceller Tones ausgebil­det ist, das Liegende des Schichtkomplexes vom Nyárjastető bildet und zumin­dest als eine tiefneritische wenn auch nicht bathyale Bildung zu betrachten ist (an dieser Stelle kann ich keine paläoökologische Analyse des Kisceller Tones durchführen), geht nach oben zu allmählich in die glaukonithaltigen, sandigen Schichten über. Das Vorhandensein vom autochthonen Glaukonit sowie das Auftreten in einer grösseren Menge von abgerollten terrigenen Quarzkörnern über dem rupelischen, bathyalen Tonmergel weist auf eine epirogenetische Hebung des Meeresbodens, auf ein Seichterwerden des Meeres hin. Gleichzeitig zeigt diese Erscheinung auch eine Verlangsamung des Ablagerungstempos sowie eine Zunahme von Meeresströmungen verschiedener Temperaturen an (vergl. Murray-Hj ort 1912, Szádeczky-Kardoss 1955, L a d d 1957, B on dor 1960). Die Zunahme des Kalkgehaltes, ja sogar der Auftritt von Kalksteinbänken sowie das Erscheinen von Grossforamineferen (Heteroste-

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