Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)

Báldi, T., Kecskeméti, T. , M. Nyírő, R. ; Drooger, C. W.: Neue Angaben zur Grenzziehung zwischen Chatt und Aquitan in der Umgebung von Eger (Nordungarn)

ginen, Amphisteginen und verschiedene, ausdrücklich für das seichte Meer charakteristische Lepidocyclinen und Miogypsinen) in einer grossen Masse, ferner das Vorhandensein von Chlamys-Arten (s. Kapitel VI) weist ebenfalls darauf hin. Die heute lebenden Heterosteginen, Amphysteginen fanden im Indopazifik unter 100 Meter an selten zu werden (Myers 1941—42, Hanzawa 1946—47). Besonders deutlich wird die Entstehung der glaukonithaltigen Schich­ten im seichten Meer durch die Angabe von M a j z o n (1960) bestätigt, der aus dem glaukonithaltigen Horizont der Tiefbohrungen in der Umgebung von Eger auch Zwischenlagerungen von Lithothamnienkalkstein erwähnt. Auf Grund der Lithothamnien ist es unmöglich, eine grössere Meerestiefe als 80 — 100 m anzunehmen. Gleichzeitig müssen wir aber bemerken, dass der glauko­nithaltige Mergel nicht als die Bildung eines ganz seichten Meeres und noch weniger als eine ufernahe Bildung aufgefasst werden kann, sodass er in seiner Fazies immer noch ziemlich weit entfernt vom aus dem Rima-Tal von V a n o v a (1959) beschriebenen litoralen, pectenführenden Konglomerat und den gross­foraminiferenführenden Schichten steht. Es ist sicher anzunehmen, dass die Ablagerung des rupelischen Tonmergels durch eine mindestens 100 m erreichende Erhebung des Meeresbodens unterbrochen worden ist, um 10—30 m mächtige glaukonithaltige, sandig kalkige Ablagerungen des seichten Meeres zustande kommen zu lassen. Die Feldspatkörner, die auf eine Tufferuption hinweisen, lassen auch einen synepirogenen Vulkanismus vermuten. Es ist nicht abzustreiten, dass das gleichzeitige Auftreten von Glaukonit, von den kalkig-sandigen Ablagerungen, dem Vulkanismus, der Fauna des seichten Meeres sowie der Lithothamnium­flora ein bedeutend grösseres erdge­schichtliches Ereignis darstellt (synorogene Epirogenese), als das etwaige Vor­handensein von dünnen Sandstein-, Tuff- oder Glaukonitschichten in den tie­feren Horizonten des Kisceller Tones, das mit kleineren Oszillationen des Meeres­bodens oder aber mit der zeitweisen Verstärkung von Meeresströmungen erklärt werden kann. Der glaukonithaltige sandige Mergel geht im Profil des Nyárjastető von Novaj nach oben zu allmählich in einen Ton über, welche Tatsache darauf hinweist, dass der Glaukonit sowie die Quarzkörner mit dem Feldspat zusam­men fast vollkommen ausbleiben und der Kalkgehalt abnimmt. Diese Tatsache spricht schon alleine für eine Vertiefung des Meeres. Auch die Zusammensetzung der Molluskenfauna, die paläoökologisch eine grosse Ähnlichkeit mit der Mol­luskenfauna des tortonischen Badener Tegels aufweist (vergl. Kapitel VI), spielt in der Beurteilung der Meerestiefe eine wichtige Rolle. Auf Grund dieser Fauna muss eine Meerestiefe von mindestens 150—180 m angenommen werden (Báldi 1960a). Das zeitweise seichtere Meer, das durch die glaukonitischen Schichten angezeigt wird, wurde also durch eine neue Vertiefung des Meeres abgelöst. Die Tiefe dieses Meeres erreichte zwar nicht die des Meeres des „Kis­celler Tones", doch gibt sie klar eine neuere Transgression an. Der glimmerige Grobsand und Sandsteinkomplex über dem Ton zeigt, dass diese neue Vertiefung des Meeres nicht von einer langen Dauer war, der Ablagerung des Tones folgte bald eine Regression. Zusammenfassend kann also festgestellt werden, dass die Sedimentbildung eine ununterbrochene war, sodass die Schichtreihe des Nyárjastető von Novaj einen einheitlichen Sedimentationszkyklus darstellt. Die Ablagerung des rupeli­schen Tonmergels und des Molluskenführenden Tones wird aber andererseits durch eine Periode des seichten Meeres voneinander getrennt. Innerhalb des

Next

/
Thumbnails
Contents