Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)
Báldi, T., Kecskeméti, T. , M. Nyírő, R. ; Drooger, C. W.: Neue Angaben zur Grenzziehung zwischen Chatt und Aquitan in der Umgebung von Eger (Nordungarn)
vertreten ist, muss sie auf Grund ihres Vorkommens in der „Winzer-Schule" doch als charakteristisch für die glaukonithaltigen Schichten gehalten werden. Das Auftreten von F. burdigalensis weist einerseits darauf hin, dass die glaukonithaltigen Schichten sich vielmehr dem eine Fauna von Egerer Typus führenden Hangendkomplex anschliessen (aus der „Wind'schen Ziegelei" ist F. burdigalensis in mehreren Exemplaren bekannt) als dem rupelischen Tonmergel im Liegenden, andererseits würde es für ein untermiozänes Alter der glaukonithaltigen Schichten sprechen, da diese Form bis jetzt ausschliesslich aus dem Miozän bekannt war (s. die Tabelle und Kapitel Vl/a). Auch die Art Chlamys csepreghymeznericsae bestätigt die Verwandtschaft mit den Faunen von Eger und Törökbálint, da sie in beiden letztgenannten Fundorten ebenfalls vorkommt. F. Wenn man die Molluskenfauna des über dem glaukonithaltigen Komplex liegenden Tones mit den wichtigeren Fundorten und Entwicklungsgebieten des europäischen Oligozäns und Miozäns vergleicht, erhält man folgende Ergebnisse : Von den Arten von Novaj kommen 65% in Eger, 41% im Miozän des Aquitanischen Beckens, 38% in Kovácov, 38% im Miozän der Paratethys vom Burdigal an, 34,5% im borealen Miozän, 34,5% im borealen Oligozän, 31% in den aquitanischen Schichten des Aquitanischen Beckens, 31% im Miozän Norditaliens, 31% im borealen Aquitan Vierlande, Itzehoe, Klintinghoved, 31% in der südbayerischen Molasse, 24% im borealen Chatt (Kassel, Doberg, Niederrhein usw.), 24% in Törökbálint, 24% in Balassagyarmat, 17% im Oligozän Norditabens, 17% in Krapina-Radoboj, 14% im KisceÜer Ton (Rüpel), 14% in den Schio-Schichten, 10,5% im unteren und mittleren borealen Obgozän vor. Die Gleichaltrigkeit der Fauna mit der Fauna von Eger untersteht keinem Zweifel. Ausser den prozentuellen zahlenmässigen Angaben wird diese Annahme auch durch das Vorkommen in beiden Fundorten von solchen seltenen Arten wie Diastoma grateloupi turritoapenninica, Turricula telegdi-rothi, Nuculana psammobiaeforrnis, Volutilithes permulticostata usw. bestätigt. Der kleinere Unterschied zwischen den beiden Molluskenfaunen lässt sich mit den Faziesverhältnissen erklären. Der Grossteil der Fauna von Eger kam nämlich aus den mit „x" und „k" bezeichneten Sandschichten zum Vorschein, d. h. die Fauna von Eger lebte auf einem Meeresgrund von grobkörnigem Sand. Im Ton von Novaj fand sich dagegen keine solche Sandschicht, die Fauna vertritt eine typische Tonfauna. Damit kann es in erster Linie erklärt werden, dass hauptsächlich die Schnecken von kleinem Wuchs (Melanella spina, Mangelia bogschi, Mathilda schreiberi, Marginella vadászi) in der Fauna von Eger nicht vorhanden sind. Die Fauna von Novaj muss ferner mit der Fauna von Kovácov gleichaltrig sein, die von Senes (1958) für aquitanisch gehalten wird. Es ist eine interessante Tatsache, dass die Form Crassatella carcarensis in der Provinz der Paratethys, abgesehen von einer unsicheren Angabe Nos z k y's (1940), bis jetzt ausschliesslich von Kovácov und Novaj bekannt ist. Eine Gleichaltrigkeit ist auch mit den Schichten von Törökbálint, Balassagyarmat, Göd, KrapinaRadoboj, der Molasse von Thalberg und den Schio-Schichten anzunehmen, welche einmal in das Oberoligozän, dann wieder in das Untermiozän eingereiht worden sind. Der an manchen Stellen nur eine geringe Verwandtschaft vermutende Prozentsatz ist teilweise auf Faziesverschiedenheiten und teilweise auf den Umstand zurückzuführen, class manche Faunen kaum bearbeitet oder nur in einem geringen Masse revidiert worden sind. Ahes in allem erweckt das Gesamtbild der Fauna von Novaj auf Grund eines Vergleiches mit anderen Fundorten eher einen miozänen Eindruck.