Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 53. (Budapest 1961)
Báldi, T., Kecskeméti, T. , M. Nyírő, R. ; Drooger, C. W.: Neue Angaben zur Grenzziehung zwischen Chatt und Aquitan in der Umgebung von Eger (Nordungarn)
Dem Problem kommt man aber noch näher, wenn man die zeitliche und. räumliche Verbreitung der einzelnen Arten einer näheren Untersuchung unterzieht. Bei der Bestimmung der zeitlichen Verbreitung müssen aber die oligo-miozänen Schichten der Paratethys ausser Acht gelassen werden, deren Alter noch nicht sicher gestellt ist (Eger, Balassagyarmat, Törökbálint, Kovácov, Krapina-Radoboj, südbayerische Molasse, Siebenbürgen usw.), da wir gerade das Alter dieser Schichten klarlegen wollen, die zweifelsohne gleichaltrig mit den Schichten von Novaj sind, in der chronostratigraphischen Skala aber eine unsichere Lage einnehmen. Wir können also nicht behaupten, dass z. B. die Fauna von Thalberg oder von Kovácov, da sie mit der Fauna von Eger eine Ähnlichkeit aufweisen, darum ein aquitanisches Alter haben müssen und gleichzeitig auch umgekehrt feststellen, dass das aquitanische Alter der Fauna von Eger dadurch bestätigt wird, dass die Fauna von Kovácov oder Thalberg neuerdings ins Aquitan gestellt wird. Um diesen Kreisschluss lösen zu können, hielt ich es für angebracht, bei der Fetstellung der Biozonen der einzelnen Arten aus metodologischen Gründen das Vorkommen in den erwähnten Schichten der Paratethys ausser Acht zu lassen. Die Aufzeichnung der auf diese Weise reduzierten zeitlichen Verbreitungen zusammen mit den räumlichen enthält die Tabelle. Wenn man die Angaben der Tabelle auswertet, erhält man folgende Ergebnisse : Zahl der Arten, die sich auf das Oligozän beschränken : 4 d. h. 14% der Fauna. Zahl der Unterarten, die sich auf das Oligozän beschränken : 2, d. h. 7% der Fauna. Zahl der nahe verwandten Formen, die sich auf das Oligozän beschränken : 2, d. h. 7% der Fauna. Zahl der oligozänen Arten mit einer nahen miozänen Verwandtschaft : 2, d. h. 7% der Fauna. Zahl der persistenten Arten: 5, d. h. 17% der Fauna. Zahl der sich auf das Miozän beschränkenden Arten: 6, d. h. 21% der Fauna. Zahl der sich auf das Miozän beschränkenden Unterarten: 3, d. h. 10,4% der Fauna. Zahl der sich auf das Miozän beschränkenden nahe verwandten Formen: 2, d. h. 7% der Fauna. Zahl der miozänen Arten mit einer nahen oligozänen Verwandtschaft: 1, d. h. 3,4% der Fauna. Endemische Art, deren nähere Verwandtschaft unbekannt ist : 2, d. h. 7% der Fauna. Wenn man die obigen Angaben zusammenzieht und die oligozänen Arten mit einer nahen miozänen Verwandtschaft sowie die miozänen Arten mit einer nahen oligozänen Verwandtschaft zu den persistenten Formen zurechnet, erhält man folgende zahlenmässige Verteilung : Oligozän 28% ; Persistente Formen 27,4% ; Miozän 38,4% ; Endemische Formen 7%. Auf Grund dieser Zusammenstellung kann also festgestellt werden, dass die Fauna ein gemeinsames Vorkommen von typisch oligozänen und ebenfalls typisch miozänen Arten darstellt, wobei zweifelsohne eine miozäne Dominanz vorliegt. Das Auftreten in einer so grossen Menge von neuen, weiter entwickelten Arten weist, auch wenn die Formen von alten Arten begleitet werden, darauf hin, dass der Ton im Hangenden der glaukonithaltigen Schichten nicht mehr im Oligozän zur Ablagerung gelangt ist, sondern zu Beginn des Miozäns, oder mindestens an Grenze Oligozän-Miozän zur Bildung kam.