Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1954)
Dely, O. G.: Markierungsversuche an Fröschen (Vorläufige Mitteilung)
arbeitenden Landarbeiter auf dem erwähnten Fusspfade verkehren und oft Trinkwasser aus dem Brunnen schöpfen. Etwa 250—300 m vom obigen Brunnen, an der linken Seite des Pfades ist eine andere, gleich grosse Grube zu finden, die rechts vom Teiche, etwa 50—60 m davon liegt. Auch sie ist einer häufigen Hörung ausgesetzt. Sie ist völlig offen, nicht mit Röhricht umschlossen. Ihr Wasser ist viel klarer als das des anderen Brunnens, ihr Grund nicht so schlammig. Auch in dieser Grube lebt eine grosse Menge von Wasserinsekten, die den dortigen Fröschen eine reichliche Nahrung bieten. Der Teich selbst ist ein Fischteich von grosser Ausdehnung. Im Frühling erhielt er sein Wasser durch die Öffnung von Schleusen, im Herbste wird das Wasser wieder abgelassen. Der zum ersten Brunnen näher liegende Rand ist seicht, schlammig. Das Ufer ist mit Röhricht bewachsen. Die Ablesung der Nummern der beringten Frösche erfolgte nach dem systematischen Rückfang der Tiere. Die gefundenen Frösche wurden in einem Sack gesammelt, und nachdem alle im Brunnen erblickten Tiere herusgeholt worden waren, wurden ihre Nummern abgelesen und sie wieder ins Wasser eingesezt. Diese Art des Fangens beeinflusst die Ortsveränderung der Tiere nicht wesentlich. Am Anfang der Beringung war ich der Meinung, dass die markierten Tiere in der Umgebung eines kleinen Wassers eher wiedergefangen werden können, da sie — wenn die Umweltsfaktoren und Nahrungsverhältnisse für sie günstig sind — ihre Lebensorte nicht dauernd verlassen werden. Daher wurden die Tiere der beiden Brunnen für die Versuche gewählt. Ich begann diese Arbeit, deren Ziel hauptsächlich das Studium der Markierungen war,'am 11. Juli 1953. Da beringte ich beim ersten Brunnen eine semiad. Rana esculenta (Nr. 81), zwei Tage später noch drei Exemplare dieser Art (Nr. 251, 252, 253) und bei der zweiten Grube zwei junge Individuen (Nr. 82, 83). Bis 7. September wurden bei den beiden Brunnen insgesamt 27 Froschexemplare beringt. Einzelne Frösche konnte ich dann sogar zweimal wiederfinden. Die Markierungen und Rflckfänge sind aus den beiliegenden Tabellen (Tab. 1 und 2) ersichtlich. Am 13. August fand ich den Frosch Nr. 273, der sich zwei Meter von der Grube aufhielt, wieder. Sein Arm war wegen des durch den Ring ausgeübten Druckes ein wenig angeschwollen,-daher lockerte ich den Ring. Auch bei den am 7. September wiedergefangenen zwei Wasserfröschen (Nr. 51 und 85) war der Unterarm ziemlich aufgedunsen. Die Narben zeigten, dass die scharfen Ränder der Ringe das Vorderbein der Tiere verletzt und die allzu stark zusammengedrückten Reifen ein Anschwellen des Unterarmes verursacht hatten. Ich verwandte daher mehr Sorgfalt auf das Aufsetzen der Ringe. Hier beringte ich noch eine Rana esculenta (Nr. 287). Im zweiten Brunnen gelang es mir nur eine einzige Unke (Nr. 93) wiederzufinden. Der Ring sass am linken tibiotarsalen Teil und hatte keine Entzündung verursacht. Hier wurde auch noch eine weitere Unke (Nr. 74) beringt. Die Zahl der markierten Exemplare konnte nicht vermehrt werden, da in der Umgebung der beiden Gruben nur wenige Frösche vorhanden waren. Ich fing daher Frösche aus dem Teiche und setzte sie nach Markierung im ersten Brunnen aus. Die Tiere wurden aus dem von Röhricht begrenzten, seichten Teile des Teiches gefischt. Weil man die Frösche in einem so grossen Wasser wegen ihrer Wachsamkeit nur schwer erbeuten kann, wurde es Abend, bis mein Assistent und ich elf Tiere einsammeln konnten. Am folgenden Tag wurden alle elf Stücke markiert (Nr. 368, 282, 283, 358, 362, 355, 299, 365, 59, 364, und 357) und insWasser der ersten Grube geworfen. Wir erwarteten Antwort auf folgende Fragen : 1. Werden diese Tiere überhaupt auffindbar sein? •— 2. Wo werden sie zum Vorschein kommen? — 3. Werden sie an ihren ursprünglichen Wohnort, zum Teich zurückkehren? Auf Grund des Beringens und der Rückfänge im September konnte festgestellt werden, dass die bei den Brunnen markierten Frösche mehr oder weniger ebendort wiederzufinden waren. Die aus dem Teiche stammenden Tiere, die bei der ersten Grube entlassen wurden, konnten dagegen im Vergleich zu der in den verflossenen Tagen gefangenen Zahl nur in einer geringeren Anzahl wiedergefunden werden. Am 16. Sept. zeichnete mein Kollege I. Andrássy bei der ersten Grube die Angaben von zwei Fröschen auf. Das eine Tier (Nr. 283) stammte aus dem Teiche, das andere (Nr. 287) wurde im Brunnen beringt. Ausser diesen sah er noch zwei markierte Frösche, die er aber — da er kein Netz hatte — nicht herausfischen konnte. Am 6. Oktober beobachtete Z. Kaszab im seichten Wasser des Teiches einen beringten Frosch (Nr. 355), der auch zweimal in sein Netz geriet. Dieses Tier wurde von mir am 7. September im Teiche gefunden und am nächsten Tag im ersten Brunnen entlassen! Am 29. Oktober konnte ich beim ersten Brunnen die Angaben von drei Fröschen (Nr. 51, 81, 273) registrieren. Am Unterarm des mit Nummer 273 bezeichneten Tieres war