Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1954)

Jánossy, D.: Fossile Microtinen aus dem Karpatenbecken. I.: Lemminge

И i n t о n hatte im Jahre^l910 nachgewiesen (16, p. 37—38), dass die pleistozänen Halsbandlemminge der britischen Inseln in zwei Formenkreise eingereiht werden können. Die Beschreibung dieser Formen ist durch seine Monographie allgemein bekannt geworden. Die von ihm beschriebenen zwei Species sollten auf Grund der folgenden Merkmale unter­scheidbar sein : 1. Auf dem M 1 und M 2 ist die hintere Schmelzwand des letzten inneren Dreiecks gut entwickelt, konkav, wobei sich auf der inneren Seite meistens eine akzessorische Schmelz­falte zeigt . Ausserdem finden wir am unteren M 3 an der Vorderseite des Zahnes eine vierte äussere akzessorische Schmelzfalte. (Im fossilen Material kommen die Merkmale des "Schädels im allgemeinen nicht in Betracht, weil solche Belegstücke nur selten vorkommen.) Die Reste dieser Form sollten allgemein grösser sein als die der folgenden Art. H i n t о n bezeichnet diese Form auf Grund vorheriger literarischer Daten wegen Mangel an hinreichendem Ver­gleichsmaterial mit dem Namen D. gulielmi Sanford, obwohl er sie von D. torquatus Pallas nur bedingt trennt. 2. Die hintere Schmelzwand des letzten inneren Dreiecks vom M 1 und M 2 ist nicht konkav und zeigt keine akzessorische Schmelzfalte. Es fehlt bei dem unteren M 3 die vorher erwähnte vierte äussere akzessorische Falte. Die Form ist kleiner als die vorherige Art. Hinton benannte diese auf Grund der Beschreibung des Henselschen Quedlinburger Exemplars D. henseli. Die erwähnten Merkmale zeigen am meisten Ähnlichkeit mit dem nordamerikanischen D. Iiudsonius Pali. H i n t о n nimmt an, dass auf dem europäischen Kontinent hauptsächlich die letzere Art vorkommt. Bereits Forsyth Major verglich die Abbildungen von Sanford Und H en sei und nahm an, dass im Pleistozän auf Grund der ч oberen Molaren zwei Formen voneinander getrennt werden können — obwohl ihm hierzu keine Maxillen im Württem­berger Material zur Verfügung standen (9, p. 125). Die Angaben des genannten Autors veran­lassten H i n t о n, die geschilderten Formen zu beschreiben. Später wird W о 1 d f i с h auf eine grössere Form aufmerksam (35, p. 25) und bennennt sie — sich auf den Schädelbau berufend — Myodes torquatus major. Er bringt den Schädel mit Sanfords »Arvicola gutielmk in Verbindung, doch schreibt er diese Varietät individuellen bzw. Altersverschiedenheiten zu. In Nehrings Schweizersbilder Arbeit (27, p. 62) finden wir andere diesbezügliche Daten. Nach der Beschreibung der oberen Molaren kann angenommen werden, dass es sich um den Typ D. lienseli handelt. S t e h 1 i n wird bei der Bearbeitung des Materials von Ettingen auf die wesentlichen Grössenvarianten aufmerksam (31, p. 15). Kormos betrachtet das von ihm gesammelte Pilisszántóer Material — auf Grund der ihm zu Verfügung stehenden Nowaja-Semljaer rezenten Exemplare — als mit der Art D. torquatus Pall. identisch und zieht die Species von Hinton in Zweifel (22, p. 399). Nach der Erscheinung der Monographie von H i n t о n wurden die genannten zwei Species von den Fachkreisen grösstenteils anerkannt. S t e h 1 i n's Feststellungen in der Monographie von Cotencher verdienen unsere Aufmerksamkeit (6, p. 127—128). Er äussert sich sehr vorsichtig, indem er die Reste von Cotencher zu D. henseli einreiht, doch beanstandet er die auf Grund überaus geringer Merkmale durchgeführten Artbeschreibungen. Wenn wir wollten — so schreibt er —, dann könnten wir auch auf Grund anderer Merkmale neue Species beschreiben. Er betrachtet sogar unter den rezenten Arten die morphologischen und ökologischen U i; erschiede als zu gering, um auf Grund derselben die Arten zu isolieren. Abgesehen von den bisher erwähnten Feststellungen unter e t er das Schweizer Material einer Revision, u. zw. mit Hinweis auf die Merkmale von H i n t о n. Er stellt fest, dass in den verschiedenen Fundorten beide Typen vorhanden sind, wobei sich auch Übergangsformen zeigen (Birseck, Ettingen). Unter den — ausserhalb der Schweiz — revi­dierten Fundorten erwähnt er auch Pilisszántó als einen Fundort des D. henseli. Die Her­kunft seiner diesbezüglichen Feststellung ist mir unbekannt. Beide Typen wurden weiters in verschiedenen Fundorten wahrgenommen, und über­dies wurden auch alle beide in derselben Fundstelle konstatiert, und zwar: Raumgrotte (13), Merkenstein (34), Helmloch (3), Rohrnloch (4). Interessant sind die diesbezüglichen Daten der französischen Literatur. Aus diesen ist ersichtlich, dass die Formen H i n t о n's als selbstständige Arten nicht anerkannt wur­den. Bei ihrer Benennung benützte man die trinominale Nomenklatur: so bezeichnet Dubois seine Belege als D. torquatus var. henseli Hinton (5, p. 317) ferner Bouchud D. torquatus gulielmi Sanford (2, p. 445).

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