Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1954)

Kol, E.: Algológiai és hidrobiológiai vizsgálatok a Szarvas környéki rizstelepeken. I. rész

Algologische und hydrobiologische Untersuchungen in den Reisfeldern bei Szarvas. I. Teil Von E. Kol, Budapest In Ungarn nimmt die Zahl der Reisfelder von Jahr zu Jahr zu. Von diesen in wirtschaft­licher Hinsicht überaus bedeutenden Biotopen wurden von der Verfasserin in den Jahren 1950 und 1951 die in der Umgebung der Stadt Szarvas befindlichen Reisfelder in bezug auf ihre Mikrovegetation untersucht. Diese Untersuchung erstreckte sich auf die westlich der Stadt gelegenen Felder von Bikazúg, Békésszentandrás, sowie auf die in einer Entfernung von 12—20 km südlich von Szarvas gelegenen Felder von Puszta-Káka und Puszta-Királyság (Abb. 1.). Das Untersuchungsmaterial bestand zum Teil aus lebendigen Algen und zum Teil aus Organismen die in 4%iger Formalinlösung fixiert waren, während die pH-Bestimmungen an Ort und Stelle mit dem H e 11 i g e'schen Komparator durchgeführt wurden. Das konservierte Material ist in der Algotheke der botanischen Sammlung des Ungari­schen Naturwissenschaftlichen Museums in Budapest aufbewahrt und unter Nr. 426—543/1950 und 420—563/1951 registriert. Die Reisfelder sind künstlich angelegte, ganz besonders beschaffene Biotope, das Leben ihrer Biozönosen wird durch charakteristiche Faktoren beeinflusst. In den Reisfeldern können zwei gesonderte Typen eines Wasserbiotops unterschieden werden. Das eine wird durch das Wasser der Reisfelder gebildet, hat also den Charakter eines stehenden Wassers, während das andere durch das fliessende Wasser der Kanäle gegeben ist. Die Temperatur des Wassers ist von den Schwankungen der Lufttemperatur abhängig. Das Wasser ist in der Regel rein, durchsichtig, natürlich trübt es sich bei Wind und in den Überflutungsperioden. Die Qualität des Wassers der Reisfelder hängt in erster Linie von der Qualität des zur Überflutung herangezogenen Wassers und den Bodenverhältnissen der betreffenden Anlage ab. Der pH-Wert des Wassers wird durch die lokalen geologischen Verhältnisse, durch das zur Überflutung verwendete Wasser und auch durch die Biozönose reguliert. Die Reis­felder der Umgebung von Szarvas beziehen ihr Wasser aus einem toten Arm der hier bereits vereinigten Körös. In diesem toten Arm wurde am 20. Juli 1950 ein pH 9 gemessen, im Haupt­kanal und in den grösseren Kanälen betrug das pH 8—8,5, während das Wasser der weiter entfernt vom Kanal gelegenen Reisfelder ein pH von 7,5 aufwies. Die einzelnen Algenarten können immer bei demselben pH-Wert gefunden werden, so Gloeotrichia natans bei 7,5—8, Hydrodictyon reticulatum bei 7,5—7,7, Aphanizomenon flos­aquae bei 9, fadenförmige Algenmassen bei 7,5—8, Eisenbakterien bei 7,4—7,5, Charavegeta­tion bei 7,5—8,5. Auch die Erscheinung der Makrovegetation ist an bestimmte pH-Werte gebunden, so kommt Riccia fluitans bei 7,5, Salvinia natans bei 7,5—7,6, Marsilia quadrifolia bei 8, Elatina alsinastrum bei 7,5—8,5, Najas minor bei 8, Utricularia vulgaris bei 7,5—8,5 vor. Gloeotrichia natans erreicht ihr Optimum bei einem pH-Wert von 7,8—8 (Abb. 2.) und Cladophora fracta bei 7,5 (Abb. 3). In der zusammenfassenden Tabelle ist auch das im Zeitpunkt der Sammlung ange­troffene pH des Wassers angegeben. Die Mikrovegetation In den Reisfeldern leben zwei voneinander verschiedene Mikroorganismengesellschaften, u. zw. die Gesellschaften der Wassermikroorganismen und der Bodenmikroorganismen. Das Leben der einen Gesellschaft ist von dem der anderen nicht unabhängig. Beide Mikroorganis­mengesellschaften nehmen ebenso Einfluss auf die Entwicklung des Reises, wie auch dieser eine Wirkung auf die Mikrobiozönose ausübt. Die Mikroorganismengesellschaft des Wassers ist nicht einheitlich. Im Wasser der Reisfelder lebt nämlich im grossen und ganzen eine für stehende Gewässer charakteristische Gesellschaft, und in den Kanälen eine für fliessende Gewässer. Der bedeutendere Teil der Mikroorganismengesellschaften besteht aus Plankton, eine bedeutende Rolle spielt auch die sich an die Makrovegetation anschliessende Epiphyton­Gesellschaft, während der unbedeutendere Teil sich aus Behnthos zusammensetzt. Die Biozönose der Reisfelder weist eine kurze Lebensdauer auf. Die Vegetationszeit beginnt erst nach der Aussaat des Reises und seiner Überflutung mit Wasser und endet mit dem Ablassen des Wassers vor der Ernte. In der Umgebung von Szarvas pflegt der Reis im

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