Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 5. (Budapest 1954)

Kol, E.: Algológiai és hidrobiológiai vizsgálatok a Szarvas környéki rizstelepeken. I. rész

April, im Mai und sogar noch im Juni gesät zu werden, wobei die Ernte dann in den Monaten August und September erfolgt. Bisher wurden von der Verfasserin in den Reisfeldern der Umgebung von Szarvas insgesamt 228 Algenarten und zwei Eisenbakterienarten bestimmt. Die Mikrovegetation dieser Reisfelder ist verhältnismässig reich an Arten. Zum Vergleiche sei hier die Zahl der Arten aus anderen ungarischen Gewässern erwähnt : Balaton (Plattensee) 530, Velenceer See 123, Teich bei Veresegyháza 66, Teich bei Pusztaszentjakab 56, Teich bei Cserepessor 113, »Nagyfa« genannter toter Arm der Theiss (Tisza) bei Szeged 218, Natrongewässer des Komitates Békés 117. Laut Abb. 4 bzw. 5 war die Zahl der in den Algengesellschaften der Reisfelder bei Szarvas vorkommenden Сhlorophyta-Arten weit geringer als im Jahre 1951, wo die Zahl der Cyano­phyta- und Euglenophyta-Arten im Vergleich zum Vorjahr höher war. In beiden Jahren domi­nierten aber die Сhlorophyta-Arten. Dies veranschaulicht die grossen Unterschiede, die in der Mikrovegetation selbst aufeinander folgender Jahre angetroffen werden können. Es gibt Algenarten, die jedes Jahr erscheinen (siehe S. 53), und andere, die nur im einen oder im anderen Jahr angetroffen wurden (siehe S. 53). Aus der Tabelle geht hervor, dass es zahlreiche Algenarten gibt, die nur an einem einzigen Orte der Reisfelder der Umgebung von Szarvas gefunden werden (siehe S. 53), von diesen sind viele Arten selten für die Ungarische Tiefebene (Alföld). Es gibt aber auch Arten, die in grösseren oder kleineren Mengen sozusagen in jedem Reisfeld anzutreffen waren (siehe S. 55), diese sind denn auch aus den meisten stehenden Gewässern des Alföld bekannt. Trotz der kurzen Vegetationszeit können auch bei den Algengesellschaften dieser Reisfelder periodische Veränderungen festgestellt werden. In Abb. 6 sind die Verhältniszahlen der einzelnen Arten der in den Reisfeldern bei Békésszentandrás vorkommenden Algen­gesellschaften im Juli, in Abb. 7 im August und in Abb. 8 im Oktober angegeben. Abb. 9,10 und 11 zeigen die Verhältnis zahlen der einzelnen Arten der Algengesellschaften der Reisfelder auf dem Gebiete von Puszta Káka in den Monaten Juli, August bzw. Oktober. Schliesslich werden die Verhältniszahlen der einzelnen Arten der Algengesellschaften der Felder bei Puszta Királyság in den Monaten Juli und Oktober dargestellt. Es konnte die Feststellung gemacht werden, dass während die Massenvegetation von Cyanophyta in den alkalischen Teichen Ungarns ihr Maximum im Sommer erreicht (vgl. Kol, 1931), die Zahl der Cyanophyta-Arten auf diesen Reisfeldern im Juli am grössten ist, im August, abnimmt, um dann im Oktober wieder leicht anzusteigen. Die verschiedenen Makrovegetationen besitzen jede ihre eigene charakteristische Algen­gesellschaft. Die Algengesellschaft der Massenvegetation von Rieda fluitans f. aquatica frons (det. I. Győrffy), Salvinia natans, Marsilia quadri folia, Najas minor, Elatine alsinastrum, Utricularia vulgaris und verschiedener C/iara-Arten ist auf S. 58 angegeben. Die in der Zusammensetzung der Mikrovegetation der einzelnen untersuchten Reis­felder beobachteten Unterschiede sind in Abb. 14,15,16,17,18 und 19 dargestellt. Aus diesen Diagrammen geht hervor, dass die Mikrovegetation jeder der drei Reisanlagen individuelle, charakteristische Eigenschaften aufweist, obwohl bei jeder von ihnen jährlich Veränderungen in der Zusammensetzung der Algengesellschaften anzutreffen sind. Der individuelle Charakter der Mikrovegetation wird wahrscheinlich in erster Linie durch die lokalen geologischen Verhältnisse bestimmt. Im Plankton der Hauptkanäle und grösseren Kanäle dominieren in jedem der unter­suchten Reisfelder Aphanizomenon flos-aquae und Ceratium hirundinella sowie C. hirundinella f. silesiacum (siehe S. 57). Die Arten der Mikroorganismengesellschaften der Reisfelder stammen teils aus der ursprünglichen Vegetation des Gebietes, teils aus dem zur Überflutung verwendeten Wasser an ihren Standort, des weiteren können auch, der Wind, die Vogelwelt, die Menschen und Tiere in den verschiedenen Phasen der Bebauung des Reises, sowie auch Saatgut und Düngemittel neue Mikroorganismen den bereits vorhandenen zuführen. In diesen Reisfeldern leben zahlreiche Algenarten, die auch in anderen Ländern Europas und sogar in den Reisfeldern anderer Erdteile gefunden wurden (siehe S. 59). In diesen Reisfeldern bildeten zwei Algenarten Massenvegetationen. Die eine Art, Gloeotrichia natans, fügt dem Reis nur unbedeutendere Schäden zu, während die andere, Cladophora fracta, die Reisfelder in grossen Massen überfallen kann, die Reispflanzen umspinnt, ihre Entwicklung verhindert, und so grössere Schäden anzurichten vermag. Der Reis und seine Mikrovegetation beeinflussen einander gegenseitig. Die Algen­vegetation ist nicht in jedem Falle für den Reis schädlich. Die Stickstoffbindung der Blaualgen dürfte auch für die Reisfelder nicht gleichgültig sein, sondern im Gegenteil die Entwicklung des Reises fördern.

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