Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 4. (Budapest 1952)

Stiller, J.: Die Protozoen des Pécsely-Baches in Ungarn

Zoothamnium truncatum sp. n. (Abb. 19) Die Stielbildung dieser Art weicht von allen übrigen Zoothammium-Arten ab. Sie zeigt die Anpassung an die starke Wasserbewegung unmittelbar nach der Király-Mühle (Nr. 20) in Örvényes, wo das Wasser vom Mühlenrad in eine Tiefe von mehreren Metern hinunterbraust. Die Kolonie stammt vom Beine eines Cari­nogammarus triacanthus, welches zwischen den an jenem Orte sehr zahlreichen Rhyacophila-Gehäusen an der Unterseite der vom Wasser überfluteten Steine lebte. Den Hauptstiel bildet ein runzeliger, etwas gebogener, auf breiter Basis sitzender, kompakt gebauter Stamm, welcher gegen das untere Ende licht gelb­lich, pseudochitinös ist. Am oberen Ende des Hauptstieles wachsen die ungefähr gleich langen, durch Querfalten in unregelmässigen Abständen etwas einge­schnürten Seitenzweige hervor. Die Endzweige sind sehr kurz und sind mitunter nur durcn die Verzweigung des Myonems angedeutet. Selten entsteht im noch immer einheitlichen Stiel eine längsgerichtete Scheidewand, welche zwischen der dichotomen Verzweigung des Myonems die weitere Ausbildung der Endzweige andeutet. Das untere Ende der Myoneme dringt nicht tief in den Hauptstiel hin­ein, doch wird dasselbe durch die sehr dicke Wand des Hauptstieles, die meist herabhängenden Seitenzweige und den in der Vertiefung angesammelten Detritus verdeckt. Der Körper ist eiförmig und am unteren Ende, dem dicken Stiel entsprechend, breit abgestutzt. Der Peristomsaum ist wurstförmig verdickt, aber nicht umge­schlagen. Der Diskus ist breit und gewölbt. Er verschliesst in Ruhezustand den Eingang des engen und kurzen Vestibulums. Die Pulsationsblase liegt in der Höhe des Peristomsaumes. Das Protoplasma ist farblos und derb gekörnt. Die Grenze des Ento- und Ektoplasmas ist undeutlich, die Pellicula glatt. Die Länge des Körpers beträgt 40—45 p. Pseudothuricola epizoica Stiller Diese Art hatte ich zum ersten Mal im September 1950. im Margit-Bach bei Szarvaskő im Bükk-Gebirge gefunden. Im Jahre 1951. kam sie von der Bikki­Mühle (Nr. 2) bis zur Mündung in wechselnder Zahl überall vor. Am seltensten war sie im Babvölgy (Nr. 5), da sie Gammarus fossarum mied und sich auch hier nur an den Kiemenblättern des nur vereinzelt vorkommenden Carinogammarus ansiedelte. Sie bevorzugt schlammige Bachabschnitte und vermehrte sich an, solcher Stellen mitunter in Massen. Lagenophrys ampulla Stein Diese Art siedelt sich an den Kiemenblättern von Carinogammarus triacanthus, seltener an Gammarus fossarum an. Bei guter Durchlüftung verträgt sie einen ziemlich hohen Grad organischer Verunreinigung. Sie kommt von den Quellen bis zur Mündung überall vor. Lagenophrys nassa Stein Diese Art kam nur im obersten Bachabschnitt in Vászoly (Nr. 0) und im ruhig fliessenden Bachabschnitt vor der Király-Mühle (Nr. 20) in Örvényes auf

Next

/
Thumbnails
Contents