Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 4. (Budapest 1952)

Stiller, J.: Die Protozoen des Pécsely-Baches in Ungarn

Carinogammarus triacanthus, sowie im Babvölgy (Nr. 5) auf Gammarus fossarum ziemlich häufig vor. Sie meidet sowohl die stark verschlammten, als auch die rasch strömenden Bachabschnitte, da sie an solchen Stellen leicht vom Körper ihres Wirtstiertes abgestreift würde. Cothurnia carinogammari sp. n. (Abb. 13) Die meisten Vertreter dieser Gattung leben an pflanzlichen Substraten, und nur verhältnismässig wenige Arten sind der epizoischen Lebensweise angepasst. Aus der Literatur ist bisher nur eine auf Gammarus-Arten lebende Art : Cothurnia gammari Precht (1935) aus dem Brackwasser der Kieler Bucht bakannt. Ich fand die auf Abb. 19 dargestellte Art am 19. IX. 1951. in der Mündung •des Pécsely-Baches, bereits im Phragmitetum des Balaton-Ufers (Nr. 22). Die Tiere sassen am Basalabschnitt der Kiemenblätter, sowie an den Pereiopoden von Carinogammarus triacanthus. Sie traten nur vereinzelt auf, waren aber zu jener Zeit fast auf jedem Wirtstier vorhanden. Der Körper ist plump und unregelmässig. Er ragt nur etwas aus dem Ge­häuse hervor. Unter dem Peristom ist der Körper scnwach eingeschnürt und am unteren Ende breit abgestutzt. Seine Seitenwände sind etwas unregelmässig und schwach ausgebuchtet. Das Peristom ist fast so breit, wie die Öffnung des Gehäuses. Der Diskus ist flach und so breit, dass er den Vestibulareingang fast völlig verdeckt. Der Schlund ist eng, reicht aber ungefähr bis zum Anfang des letzten Körperdrittels. Das Protoplasma ist farblos und getrübt, die Grenze zwischen Ekto- und Ento­plasma undeutlich. Ebenso undeutlich ist die sehr feine Streifung der Pellicula. Der längsliegende Kern ist lang, verhältnismässig breit und etwas abgeflacht. Der Körper sitzt auf einem massiv gebauten, zart längsgestreiften Stiel, welcher sich durch eine stark lichtbrechende, ringförmig verdickte Öffnung des Gehäuses fortsetzt und in einer ebenfalls farblosen dünnen Haftplatte endet. Er er­reicht höchstens % oder 1 j 5 der Körperlänge. Das Gehäuse ist farblos und hyalim fast gleichmässig weit, unten breit abge­rundet, oti^n gerade abgestuzt. Seine Öffnung ist fast kreisrund, das ganze Ge­häuse kaum abgeplattet. Seine Länge beträgt 70—72 /x, seine Breite 40—42 /x. Das Infusor erreicht eine Länge von 75 /x. Zusammenfassung. Der in den Balaton-See mündende Pécsely-Bach beher­bergt eine interessante Protistenfauna, deren kennzeichnendsten Mitglieder die epizoischen Peritrichen waren. Hier lebt auch die für die ungarische Fauna neue Holotriche : Chilodonella granulata Penard, welche auf Carinogammarus triacan­thus eine halbsessile Lebensweise führte. Von den 27 epizoischen Peritrichen­Arten kamen nur 5 Arten auch im Balaton-See vor (Trichodina steinii, Epistylis nympharum, Intranstylum steinii, Zoothamnium variáns und Lagenophrys ampulla). Die einzige Suctorie des Pécsely-Baches, der an den Kiemenblättern der Gamma­riden lebende Dendrocometes paradoxus Stein drang ebenfalls nicht in den Balaton­See vor. ' V Die verhältnismässig hohe Zahl der neuen Arten spricht ebenfalls für die geschlossene, den eigenartigen Lebensbedingungen dieses Baches angepasste Mikrofauna. Die hier lebenden Arten zeigen eine hochgradige Spezialisierung in der Aus­wahl ihres Wirtstieres. Selbst auf den so nahe verwandten Gammarus fossarum und Carinogammarus triacanthus ist eine eigene Peritrichen-Assoziation aus-

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