Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 4. (Budapest 1952)
Stiller, J.: Die Protozoen des Pécsely-Baches in Ungarn
die Wasserbewegung sehr lebhaft ist. Sie lebt auf Carinogammarus triacanthus, seit ener auf Gammarus fossarum. Am 31. V. 1950. fand sich eine viergliedrige Kolonie, auf welcher neben der erwähnten ovalen Form ein halb so grosses, nach hinten fast trichterförmig verengtes Zooid ausgebildet war. Der Peristomsaum ist stellenweise quer geteilt und der Diskus, besonders in jenem Abschnitt, wo der Bach bereits sich im Uferröhricht des Balaton-Sees verliert, häufig genabelt. In diesem lenitischen Biotop sind die Cilién auffallend lang und erreichen nicht selten die doppelte Länge der Cilién ihrer im strömenden Wasser lebenden Artgenossen. Auffallend ist hier auch das sehr dünne Myonem. Der Stiel erreicht hier etwa die fünffache Körgerlänge. Der Hauptstiel ist immer kurz. Entlang des Myonems war eine Reihe sehr feiner thekoplasmatischer Granula ausgebildet. Das Protoplasma ist farblos, stark getrübt, mit vielen lichtbrechenden Granula und kleinen Nahrungsvakuolen. Der hufeisenförmig oder S-förmig gekrümmte Kern ist etwas abgeflacht. Die Pellicula ist glatt. Die Pulsationsblase liegt in der Höhe des Peristomsaumes, im rascher strömenden Wasser des mittleren Teiles der Viehtränke (Nr. 16) zur Hälfte im Diskus, ähnlich, wie dies Nenninger (1948) bei der von ihr gefundenen Bachform erwähnt. Die Grösse der Tiere variiert zwischen weiten Grenzen. Der Längen-Breitenindex einiger Tiere war : 40-28, 42-30, 50-40, 52-35 fx. Zoothamnium d'udekemi Kahl Diese Art lebte an mehreren, voneinander abgetrennten Abschnitten : am Ende des Tales Babvölgy (Nr. 5) auf Gammarus fosssarum, im Tale Szakadékvölgy (Nr. 12—16), sowie neben der Király-Mühle bei Örvényes (Nr. 20) auf Carinogammarus triacanthus. Im etwas saprobisiertem Wasser der tümpelartig ausgebreiteten Viehtränke (Nr. 16) ist Zoothamnium d'udekemi am häufigsten, die Kolonien bestanden jedoch nur aus 4—8 Zooiden. Bei der Király-Mühle zählte manche Kolonie bis zu 30 Zooiden. Die Kolonien sind etwa 4—5 mal körperlang. Die Form der Tiere entspricht der Zeichnung von D'Udekem in Kahl 1935, S. 741,Fig. 7. Zoothamnium affine f. vestita f. n. (Abb. 9—10) Diese Art wurde von Stein im Jahre 1859. als Epizoon von insekten und Entomostraken beschrieben. E i s m o n d führt im Jahre 1895. eine etwas abweichende Form unter diesem Namen an, welche auf Asellus lebte (zitiert nach Kahl, 1935, S. 743). Ich fand diese Art im Jahre 1930. auf verschiedenen Substraten:im Balaton-See auf Bangia atropurpurea und Cladophora glomerata, sowie Gehäuse von Radix ovata : im Bache bei Aszófő, nahe zur Mündung in den Balaton-See auf Carinogammarus triacanthus (Stiller, 1931). Ob es sich hierbei um verschiedene Arten, oder um verschiedene Varietäten einer sehr anpassungsfähigen Art handelt, müssen weitere Untersuchungen entscheiden. Aus diesem Grunde sollen hier meine im Mai und Juni 1950. neben der Király-Mühle (Nr. 20) auf Carinogammarus triacanthus gefundenen Tiere nur als eine Form von Zoothamnium affine angeführt werden. Der plump gebaute, ovale, unten schwach verjüngte Körper mit dem breiten, durch eine Ringfurche geteilten Peristomsaum und konischen Diskus erinnert, besonders im Anfangszustand der Schwärmerbildung, an die von E i s m o n d