Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 4. (Budapest 1952)

Stiller, J.: Die Protozoen des Pécsely-Baches in Ungarn

abgebildete Form (vergl. Abb. 9. mit K a h 1, 1935, S. 741, Fig. 12). Die Pulsations­blase liegt, wie bei der von Stein beschriebenen Stammform, im Diskus, wäh­rend Eismond die Pulsationsblase rechts vom Schlünde, unter dem Peristomsaum zeichnete. Im Körper der von mir beobachteten Tiere befanden sich meist noch einige grosse Vakuolen, welche jedoch nicht pulsierten. Das graue Protoplasma ist immer bekörnelt und getrübt. Besonders im mitt­leren Teil des Entoplasmas befinden sich zahlreiche grobe Granula. Das Entoplasma ist bedeutend feiner gekörnelt, die Grenze der beiden protoplasmatischen Schichten ist jedoch nicht deutlich. Die Pellicula ist fein längsgestreift. Die Streifen sind unter­brochen, gestrichelt und, wie bei Vorticella carinogammari, gleichsam aus lang­gezogenen Granula zusammengesetzt. Der Kern ist etwas abgeflacht, S-förmig oder hufeisenförmig gebogen, meist querliegend. Der Schlund ist geräumig ; er erreicht aber kaum die Körpermitte. Kontrahiert bilden die Tiere eine fein gefaltete Schnauze. Die sich zum Schwärmer.umbildenden Tiere bilden eine tiefe Einschnü­rung «am Anfang des letzten Körperdrittels, unter welcher der Körper wulstartig hervorspringt. Die Kolonie weicht vom normalen Aussehen dieser Art ab. Die Stiele waren von einer dicken, zoogloeaartigen Tektinschicht umgeben und dadurch in der Kontraktion gehindert. Nur die bei starker Beleuchtung durch die Tektinhülle stellenweise durchscheinenden Myoneme verrieten das Vorhandensein einer Zoo­thamnium- Art. Die infolge der dichten Hülle mitunter steifen Kolonien waren meist flach und fächerartig ausgebildet (Abb. 12), und schmiegten sich eng an die Pereio­poden ihres Wirtstieres an. Kleinere, niedrigere Kolonien sassen in den Fussgelenken. Der Hauptstiel ist kurz, die dichotom verzweigten Seitenäste jedoch sehr lang. Es gibt Kolonien, an welchen mehrere Seitenäste in einer gemeinsamen dicken Tektinhülle stecken. Die Zooiden stehen ungefähr in gleicher Höhe. Die Länge der Tiere beträgt 55—60 tt. Die Höhe der Kolonien erreicht 500 /x. Zoothamnium constrictum sp. n. (Abb. 11—12) Diese Art fand ich zum ersten Mal im Tale Babvölgy, wo der Bach sein steini­ges Bett verlässt und sich bereits in den aufgeweichten Wiesengrund einschnitt. Sie sass auf der Basis der Beinborsten, meist jedoch in den Gelenken und an den Pereiopoden, selten auch an den Marsupialplatten und,war durch ihre Länge die Leitform der auf Gammarus fossarum lebenden Peritrichenfauna. Im Mai und Juni 1950. fand ich diese Art an Carinogammarus triacanthus neben der Király-Mühle bei Örvényes (Nr. -20). Die Stiele waren von einer dünnen tektin­artigen Schicht bedeckt, welche aber den obersten Abschnitt immer frei Hess. Im Jahre 1951. fand ich diese Art wiederholt auf Carinogammarus triacanthus. Sie trat vom Quellengebiet der Ortschaft Vászoly bis zur Mündung in mehreren Abschnitten auf. Auch im untersten Abschnitt des Pécselyer Armes (Nr. 9) war sie zahlreich vertreten. Sie fehlte aber zu jener Zeit vollkommen im Tale Babvölgy,, wo sie ein Jahr zuvor so häufig war. Die Tiere bevorzugen jene Bachabschnitte,, deren Bett verschlammt ist und vertragen bei guter Durchlüftung einen höheren Gehalt an gelösten organischen Stoffen.- infolge ihres grossen Sauerstoffbedürfnisses gehen sie bald ein. Unter dem Deckglas können sie aber, wenn der Druck nicht zu • stark ist, bei ständiger Zufuhr frischen Wassers bei Tageslicht, also bei Ausschal­tung der Wärmestrahlen der Mikroskoplampe, gut beobachtet werden. Nach wenigen Minuten verhalten sie sich, ähnlich wie Vorticella carinogammari, fast unbeweglich. Sie scheinen infolge des langsam eingetretenen Sauerstoffmangels etwas gelähmt zu werden, ohne dass der Körper deformiert würde. Nur der Stiel-

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