Boros István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 4. (Budapest 1952)
Stiller, J.: Die Protozoen des Pécsely-Baches in Ungarn
rheophilum. Während aber letztere Art sich an die Oberfläche der Kiemenblätter ansiedelt, findet man Intranstylum steinii fast immer nur am Rande des Kiemenblattes, in Gesellschaft von Spirochona gemmipara. Am häufigsten war Intranstylum steinii bisher im Babvölgy auf Gammarus fossarum, wo es ein wohlernährteres Aussehen hatte und einen kräftigeren und breiteren Stiel bildete, als auf den übrigen Standorten an Carinogammarus fossarum, Es scheint, dass diese kleine Art auf den oft übervölkerten Kiemenblättern von Carinogammarus im Lebenskampf mit den grösseren und mit kräftigen Cilién zum Herbeistrudeln der Nahrung besser befähigten Konkurenten unterliegen, während sie auf den viel schwächer besetzten Kiemenblättern von Gammarus fossarum gut gedeihen. r Intranstylum rheophilum Stiller Diese Art fand ich zum ersten Mal im September 1950. im Eger-Bach bei Szarvaskő im Bükk-Gebirge, wo sie in Gesellschaft von Spirochona gemmipara und des bedeutend selteneren Intranstylum steinii an den Kiemenblättern von Carinogammarus triacanthus lebte. Im Pécsely-Bach fand ich sie zuerst im rasch strömenden Bachwasser neben der Király-Mühle (Nr. 20), später aber an sämtlichen Sammelplätzen, wo das Wasser in rascher Strömung talabwärts fliesst und gut durchlüftet ist. Ebenfalls häufig ist diese Art auch in jenen Wiesenabschnitten, welche reich an höherer Vegetation sind, sowie im kühleren Wasser des schattigen Waldabschnittes am Eingang des Tales Szakadékvölgy (Nr. 12). Bei guter Durchlüftung vertragen die Tiere sogar einen höheren Grad organischer Verunreinigung und bilden an solchen Stellen bei kräftiger Stielbildung individuenreichere Kolonien von 6—8 Zooiden. Dies war z. B. in jenem tümpelartigen Bachabschnitt sehr auffallend, welcher von den Rinderhirten als Viehtränke benützt wird (Nr. 16). Das Wasser des zu jener Zeit durchschnittlich 50 cm tiefen Baches ist infolge seiner Ausbreitung hier nur wenige cm tief, überstürzt sich jedoch im mittleren Teil des Tümpels über die hervorragenden, meist algenbewachsenen Steine und ist trotz seiner Saprobisierung infolge der guten Durchlüftung an Sauerstoff ziemlich reich. Lenitische Kleinbiotope bilden sich nur in kleinen Einbuchtungen. Die Einwirkung der Verunreinigung ist hier deutlicher, da das Wasser hier weniger rasch ausgetauscht wird, als im mittleren, ziemlich rasch dahinfliessenden Abschnitt. An den im Cladophoretum verfangenen Carinogammarus triacanthus lebten am 18. IV. 1951.selten, am 26. VI. und 14. VIII. jedoch häufig und zahlreich grössere Kolonien von Intranstylum rheophilum. Als aber am 19. XI. Carchesium polypinum als Bioindikator stärkerer Verunreinigung an den Cladophora-Fäden erschien, war Intranstylum rheophilum an diesem Standort nicht mehr zu finden, trotzdem diese Art an anderen, der organischen Verunreinigung weniger ausgesetzten Standorten auch zu jener Zeit nicht selten war. Am 19. IV. 1951. fand sich im Pflanzenreichen, verschlammten Bachabschnitt am Ausgang des Tales Babvölgy eine etwas abweichende Form. Der Körper dieser am Rande der Kiemenblätter von Gammarus fossarum sitzenden Form war im Gegensatz zur fast kugeligen Gestalt der Stammform etwa l%mal so lang wie breit, der Peristomsaum verdoppelt und der Stiel dünner und verhältnismässig länger als bei der Stammform. Diese etwas abweichende Form war immer selten. Zoothamnium parasiticus Stein Von der Ortschaft Vászoly bis zur Mündung in den Balaton-See kommt eine kleine Form dieser Art fast überall vor und meidet nur jene Bachabschnitte, wo