Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 39. (Budapest 1946)
Stiller, J.: Beitrag zur Kenntnis der Peritrichenfauna der Adria bei Split (Spalato)
71 wasser gefundenen Arten eine hohe Individuenzahl, welche sich bei Vorticella microstoma zur Massenentwicklung steigerte. Im offenen Wasser vor dem Ozeanographischen Institut war die Peritrichenfauna nur durch eine Art vertreten, im Aquarium durch fünf und im Brackwasser der Soliner Bucht durch acht Arten. Dem verschiedenen Charakter dieser Lebensräume entsprechend, wurde im Aquarium und im Brackwasser keine einzige gemeinsame Art gefunden. Das Fehlen der Peritrichen in der offenen See, sowie im reinen, durch Abwässer nicht saprobisierten Wasser des Meeresufers wurde von mir auch in der Nordsee bei Helgoland beobachtet (Stiller, 1939). Eine mehr oder minder reiche Ciliatenfauna scheint im allgemeinen nur dort ausgebildet zu sein, wo das Meerwasser durch Abwässer verunreinigt wird und die hineingeratenen und der langsamen Zersetzung preisgegebenen organischen Stoffe einen günstigen Nährboden bilden, in welchem gleichzeitig auch eine üppige Bakterienflora aufblühen kann, welche neben dem organischen Detritus die Hauptnahrung der Peritrichen bildet. Eine reiche Ciliatenfauna findet sich auch an pflanzenbewachsenen Stellen des Meeresufers, in erster Linie in den Flussmündungen, wo die Überreste abgestorbener Pflanzen eine gewisse Eutrophie hervorrufen können. Aus diesen Gründen bilden eben auch die Schiffshäfen ein dankbares Untersuchungsgebiet. Das von den Schiffen ins Meer gelangende Abwasser sorgt für eine ständige organische Anreicherung des Wassers, in welchem die zum Teil auf passivem Wege immer wieder eingeschleppten Organismen günstige Lebensbedingungen finden. Leider liegen nur verhältnismässig wenige Arbeiten über die Protistenfauna verschiedener Schiffshäfen vor, doch kann schon auf Grund der bisherigen Kenntnisse festgestellt werden, dass sie zum grossen Teil aus Kosmopoliten besteht, welche überall dort anzutreffen sind, wo sie ihren Lebensbedingungen entsprechende physikochemische Verhältnisse vorfinden. Die Verschleppung der einzelnen Arten von einem Hafen zum anderen erfolgt zum grössten Teil durch den Algenbewuchs an den Seitenwänden der Schiffe. Die aus dem reinen, kühlen Meerwasser in das meist verunreinigte und oft auch stark erwärmte Wasser des Schiffshafens gelangenden Tiere geraten aus der Ruhe und suchen durch Schwärmerbildung den veränderten Verhältnissen zu entkommen. Die anpassungsfähigsten Arten lassen sich dann im Hafen nieder und können vereinzelt als Fremdlinge ihr Leben weiter fristen, andere