Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 39. (Budapest 1946)

Stiller, J.: Beitrag zur Kenntnis der Peritrichenfauna der Adria bei Split (Spalato)

72 Arten können aber, falls die im Hafen herrschenden physiko-chemi­schen Verhältnisse ihren Lebensverhältnissen noch besser entsprechen, heimisch werden und infolge des hohen Nährstoffgehaltes oft sogar zur Massenentwicklung gelangen. Auf Grund dieser Beobachtungen, sowie der Tatsache, dass sich in den Schiffshäfen häufig auch typische Süsswasser-Peritrichen fin­den, hegt der Gedanke nahe, dass die Peritrichenfauna der Meeres­küste nicht aus endemischen Meeresinfusorien besteht, sondern dass sie zum grössten Teil aus sekundär, auf passive Art, ev. auch in Zystenform dorthin geratenen Formen der Binnengewässer gebildet wird, welche sich, ähnlich wie die Formen der Kochsalz- und Natron­wässer, der hohen Salzkonzentration anpassen können. Bei ständiger Saprobisierung — also wenn die physiko-chemi­schen Verhältnisse relativ beständig werden — können die anpassungs­fähigsten Formen in diesem Lebensraum heimisch werden. Hierfür spricht auch der Umstand, dass die Meeresperitrichen bei normaler Lebensfunktion die für Süsswasserformen charakteristische Pulsations­blase beibehalten, deren Funktion bei hoher Salzkonzentration — in­folge Wegfallens der Osmoregulation durch die entquellende Wirkung des hypertonischen Mediums — derart reduziert werden kann, dass sie scheinbar vollkommen verschwindet (Stiller, 1939, 1941, 1946). Doch kann bei jeder dieser Formen, sobald sie die Belichtung und den Druck des Deckglases aushalten, bei ständiger Zufuhr frischen Zucht­wassers, nach längerer, oft sogar fast stundenlanger Beobachtung fest­gestellt werden, dass sie eine äusserst langsam pulsierende Vakuole zur Ausscheidung der Exkretionsstoffe besitzen. Bei gasförmigen Exkretionsstoffen, z. B. bei hohem Gehalt an Schwefelwasserstoff wird die Exkretion lebhafter, da die vergiftende Wirkung möglichst rasch ausgeschieden werden soll. Die Pulsationsblase erreicht fast die Grösse jener der Süsswasserformen, oder bildet — wie wir es bei der aus dem Brackwasser der Jadro-Mündung stammenden Vorticella microstoma sehen — zur Vergrösserung der ausscheidenden Oberfläche eine oder mehrere Nebenblasen. Die Entleerung erfolgt aber in diesem hypertonischen Medium trotzdem langsamer, als in dem den Ciliatenkörper ständig überspülenden Süsswasser. Eine Anpassung an die hohe Salzkonzentration des Meerwassers vor dem Ozeanographischen Institut (im Juli und August etwa 0.38%) und die relativ grosse Unbeständigkeit der Lebensverhältnisse im Brackwasser der Jadromündung bedeutet die fast ausnahmslos vor­handene Granulation, bzw. Perlenhülle der hier lebenden alorikaten

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