Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 39. (Budapest 1946)
Stiller, J.: Beitrag zur Kenntnis der Peritrichenfauna der Schwefelthermen von Split
34 nicht ihr eigentliches Lebenselement ist und dass sie darin ihr Leben nur infolge ihrer grossen Anpassungsfähigkeit weiterfristen kann. Auf die lebhafte Ausscheidung der Giftstoffe weist auch die ziemlich rasch pulsierende und für Meeresperitrichen auffallend grosse Pulsationsblase im schiefgestellten Diskus hin. Gattung: Vorticella (Linné) Ehrenberg, 1823. Vorticella plicata Gourret u. Roeser. tAbb. 3 a). Gourret und Roeser fanden dieses Art im Jahre 1886 im schwefelwasserstcffhaltigen Wasser des an Zersetzungsstoffen reichen Vieux-Port zu Marseille, also gewissermassen unter ähnlichen chemischen Verhältnissen, wie sie bsi der Badequellenmündu-ig im Spliter Schiffshafen herrschen. Seither wurde diese Art scheinbar nicht wiedergefunden. In Split sass V. plicata zwischen Thiothrix-Fäden an Detrituspartikelchen, welche unmittelbar neben der Quellenmündung vom Uferdamm abgekratzt wurden. Die Tiere scharten sich nie zu Scheinkolonien zusammen, sondern sassen vereinzelt zwischen den Bakterienfäden. Sie waren sehr widerstandsfähig und vermehrten sich im Sammelglas oft massenhaft. Die durch allmähliche Verdampfung zunehmend? Konzentration des Aussenmediums beeinträchtigte ihr Lebensoptimum anfangs in keiner Weise. Am 3.—4. Tag erreichte die Massenentwicklung ihren Höhepunkt, am 5. Tag nahmen die Tiere jedoch sehr plötzlich ab und waren am 6. Tag bereits vollkommen verschwunden. Die Selbstreinigung des Wassers geht in den weithalsigen Gläsern Hand in Hand mit der konservierenden Wirkung des an Alkalien reichen Wassers rasch vor sich und diesem Umstand ist es wohl zuzuschreiben, dass V. plicata so gar nicht das Aussehen der typischen Abwasserorganismien besitzt. Sie erinnert vielmehr an die Mitglieder der in den hochkonzentrierten Natrontümpeln der Grossen Ungarischen Tiefebene (Alföld) heimischen Lebensgemeinschaft, deren Lebenszyklus im Sammelglas genau so kurzfristig ist (Stiller, 1941). Der überschlanke Körper ist 3y 2-4-mal so lang wie breit. Er ist meist bilateralsymmetrisch, selten etwas füllhornartig gebogen. Der schmale, wulstartig verdickte, nicht umgeschlagene Peristomsaum bildet die grösste Breite des Körpers, welcher unter dem Peristomsaum nicht eingeschnürt ist, sondern gleichmässig breit und gerade verläuft. Der Diskus ist breit und flach, der Schlund auffallend kurz und erreicht höchstens das Ende des ersten Körperviertels. Die Cilién der Schlund-